Halbzeit-Gespräch: Richard Hogl über künftige Vorhaben & einen Mythos

Erstellt am 14. August 2022 | 04:25
Lesezeit: 4 Min
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Bürgermeister Richard Hogl bei einem aktuellen Projekt in seiner Gemeinde: Die Kirchenstiegen werden bis zum großen 50-Jahr-Festakt im September erneuert.
Foto: Sandra Frank
Richard Hogl (55) sprach mit der NÖN über künftige Vorhaben und einen Mythos.
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„Einmal greifen wir noch an“, sagt Wullersdorfs Bürgermeister Richard Hogl auf die Frage, ob er in etwa zweieinhalb Jahren erneut für das Amt des Gemeindechefs kandidieren wolle.

Er ist gern Bürgermeister und blickt mit der NÖN auf die Projekte zurück, die seit dem Beginn der Legislaturperiode umgesetzt werden konnten: Der Immendorfer Kindergarten wurde neu gebaut, der Gemeindesaal am Hauptplatz renoviert. „Es ist ein altes Gebäude, aber die Sanierung war die beste Entscheidung“, erinnert sich Hogl, dass ein Neubau im Raum stand.

Das ist alles schnell erzählt, aber es sind schon ein paar Granaten dabei.“ Richard Hogl Bürgermeister

„Ganz wichtig“ für die Wullersdorfer und die umliegenden Gemeinden sei die Erweiterung der Park&Ride-Anlage in Hetzmannsdorf gewesen. „Das war ein großer Meilenstein.“ In Schalladorf wurde ein Rückhaltebecken errichtet. „In Immendorf darf ich bei jedem Gewitter noch zittern“, spricht der 55-Jährige über seinen Heimatort. Hier soll im nächsten Jahr gestartet werden, um den Ort vor Hochwasser zu schützen.

Das Radwegenetz wurde ausgebaut. Dabei denkt Hogl vor allem an die Sanierung der Remisstraße von Grund zum Bahnhof Hetzmannsdorf-Wullersdorf. Siedlungen wurden erweitert, und: Weil bei der Erweiterung der Weinviertler Schnellstraße vom Land NÖ eigentlich eine Unterführung geplant war, die Asfinag sich bei Wullersdorf aber für eine Überführung entschied und die entsprechenden Gründe zur Verfügung gestellt wurden, wurde eine Spange ins Industriegebiet errichtet. „Das ist alles schnell erzählt, aber es sind schon ein paar Granaten dabei“, blickt Hogl auf die Liste der Projekte.

Das heurige Jahr ist dem Gemeindeoberhaupt besonders wichtig, immerhin feiert die Marktgemeinde 50 Jahre. Besonders der Kunst- und Kulturverein habe hier im Zuge des Weinviertler Viertelfestivals einiges auf die Beine gestellt.

Was steht bis zur nächsten Gemeinderatswahl an? Derzeit wird die Kirchenstiege erneuert. Diese wurde weggerissen und somit mit einem alten Mythos aufgeräumt: „Man hat vermutet, dass sich darunter ein Hohlraum befindet“, weiß Hogl. Darin sollten sich alte Feuerwehrutensilien befinden. „Gefunden haben wir nichts“, schmunzelt Hogl. Bis zur großen 50-Jahr-Feier Mitte September wird die Kirchenstiege in neuem Glanz erstrahlen.

Die Brücke zur Gmoosbachsiedlung soll erneuert werden, ein Projekt von etwa 250.000 Euro. Weitere Bauplätze, bei deren Vergabe die heimische Bevölkerung bevorzugt werden soll, sollen geschaffen werden. Ein großes Anliegen ist dem Bürgermeister außerdem die Schaffung eines Industriegebietes, hierfür werden zwei Hektar umgewidmet. „Dann ist die Periode eh schon aus – und das Geld“, sagt der Bürgermeister. Er ist dankbar, dass die Gemeinden vom Land NÖ finanziell gut unterstützt werden. „Das Geld kommt an“, betont er.

In Zukunft müsse man auch über einen Nahversorger nachdenken. Noch gibt es in der Gemeinde einen, aber „der wird nicht ewig bleiben“.

War Corona die größte Herausforderung für die Gemeinde? „Nein“, sagt Hogl deutlich. In der Pandemie hätten sich die Menschen unheimlich hilfsbereit gezeigt. Auch jetzt, als es darum ging, ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen, habe sich eine Gruppe um einen pensionierten Lehrer sehr engagiert. Rund 60 Flüchtlinge waren in Wullersdorf privat untergebracht. „Alles ehrenamtlich“, lobt Hogl.

Herausfordernd sei hingegen die Finanzierung des neuen Kindergartens in Immendorf gewesen. „Weil er auf die grüne Wiese gebaut wurde.“ Zwischen 500.000 und 600.000 Euro kamen zu den Projektkosten hinzu. Zum einen durch die Preissteigerung, zum anderen, weil „viele vorbereitende Maßnahmen“ für den Unterboden gesetzt werden mussten. „Das war für den Gemeinderat schon stressig. Wir haben es gerade geschafft, die Förderung zu halten“, betont der Bürgermeister, dass der Bau zu 100 Prozent gefördert wurde.

Die Zusammenarbeit mit den anderen Parteien laufe im Großen und Ganzen gut. „Wir haben eben andere Zugänge“, sei er einer Diskussion nicht abgeneigt. Große Entscheidungen fänden aber immer eine breite Mehrheit.

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