Wullersdorf

Erstellt am 05. Dezember 2018, 03:58

von Sandra Frank

„Tiger Woods“ tappte in Schlingfalle. Kater muss Hinterbein amputiert werden. Besitzerin aus Wullersdorf (Bezirk Hollabrunn) macht sich Sorgen, dass auch Kindern etwas passieren könnte.

Wie sich Romana Schauers Kater in der Schlingfalle verfangen haben könnte, stellte Redaktionshund Argo – mit einem ungefährlichen Modell – nach.  |  Symbolfoto: Franz Enzmann

Romana Schauer wird die „Katzenmutter von Wullersdorf“ genannt. Sie hat mehrere Katzen und auch einen Hund. Einer der Vierbeiner, ein fast fünfjähriger Kater, ist gerade nicht bei seinen tierischen Kameraden in Wullersdorf, sondern beim Tierarzt in Nappersdorf.

„Ein Jäger fängt mit einer Schlingfalle nichts“

Das Tier sei am Freitag in eine Schlingfalle geraten. „Er konnte sich selbst befreien. Beim Tierarzt wurde die Wunde desinfiziert und genäht, aber der Hinterlauf muss trotzdem abgenommen werden“, berichtet Schauer im Gespräch mit der NÖN. „Er ist ein wunderschöner Tigerkater. Sein Name ist Tiger Woods“, ist die Wullersdorferin überzeugt, dass sich ihr Kater von der Amputation nicht unterkriegen lassen wird.

Wie sich Romana Schauers Kater in der Schlingfalle verfangen haben könnte, stellte Redaktionshund Argo – mit einem ungefährlichen Modell – nach.  |  Symbolfoto: Franz Enzmann

„Ich bin gewohnt, dass unsere Katzen gestohlen oder vergiftet werden. Aber das geht zu weit“, machte die Katzenmutter ihrem Ärger Luft. Sie wisse, wo sich ihr Kater aufhalte. Er gehe zwar auf die Felder, aber nur 50 bis 100 Meter von den Häusern weg. Und eben dort sei er in eine Schlingfalle geraten.

Das bereitet Schauer nicht nur deswegen Sorgen, weil sie in diesem Areal auch ihren Hund frei laufen lässt: „Was ist, wenn ein Kind einmal in so eine Schlingfalle hineinsteigt?“ In der Nähe lebt eine Familie mit kleinen Kindern. Schauer hat jedenfalls Anzeige erstattet. „Es wird wegen Tierquälerei ermittelt“, bestätigt Bezirkspolizeikommandant Otto Schwingenschlögl.

„Ein Jäger fängt mit einer Schlingfalle nichts“, schließt Bürgermeister Richard Hogl aus, dass die Falle aus jagdlichen Gründen platziert war. „Jäger dürfen streunende Katzen, wenn sie 300 Meter von bewohntem Gebiet entfernt sind, erschießen“, weiß der Waidmann, der aber betont, dass er das selbst nie tun würde. Für Kinder könne eine Schlingfalle jedenfalls auch gefährlich werden, meint das Gemeindeoberhaupt.