Bürgermeister bedroht: Amtshaus geschlossen. Das Amtshaus in Zellerndorf ist bis auf weiteres geschlossen: Bürgermeister Markus Baier ist mit Drohungen seitens eines Gemeindebürgers konfrontiert, die ihn zu diesem Schritt zwangen.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 10. Januar 2019 (10:55)
Franz Enzmann
Nach Drohung gegen Bürgermeister Markus Baier (re.) derzeit geschlossen: Das Zellerndorfer Gemeindeamt. Fotos: Franz Enzmann

„Man weiß nicht, wie manche Menschen ticken“, sagt Vizebürgermeister Ernst Muck. Man wolle auf Nummer sicher gehen. Man habe das Gespräch mit dem Bürger gesucht, doch das sei schwierig. „Er wird schnell beschimpfend: Es ist eine ungute Situation“, sagt er. „Es gibt kein Handbuch für solche Situationen.“

privat
Zellerndorfs Vizebürgermeister Ernst Muck

Man stehe in Kontakt mit einem Rechtsanwalt, doch auch nach einer Unterlassungsklage könne der Bürger „unbeirrt weitermachen.“ „Man kann nur schauen, dass ihm keine Plattform gibt.“

Der Mann verschaffte seinem Ärger in der Vergangenheit auch immer wieder mit E-Mails Luft. Kurz vor Weihnachten bezeichnete er den Bürgermeister in einer Aussendung als antisemitisch, da es Probleme mit der Anmeldung der Kinder seiner US-Lebensgefährtin gegeben habe, die Jüdin sei.

Schriftliche Drohungen des Mannes und ehemaligen Beamten, der sich als „Polizist und Flüchtling“ bezeichnet, sind auch am Gemeindehaus zu lesen.

Enzmann
Schriftliche Drohungen des Mannes und ehemaligen Beamten, der sich als „Polizist und Flüchtling“ bezeichnet, sind auch am Gemeindehaus zu lesen.

Der Bürgermeister bittet um Verständnis. Die Sicherheit des Personals stehe an oberster Stelle. Ein Polizeieinsatz ist bereits im Gange.

Der Bauhof beschränke seine Arbeiten vorerst auf den Winterdienst und auch ein Betretungsverbot in Kindergarten und Schule wurde erwirkt. Im Amtshaus befindet sich die Postpartner-Stelle, die ebenfalls von der Schließung betroffen ist. Offen ist, wann dies aufgehoben werden kann.