Nach Pfarr-Affäre: Unruhe legt sich. Kaplan Ciprian Iacob übernahm nach Versetzung Strus‘ und lebt sich gerade ein.

Von Michael Böck und Karin Widhalm. Erstellt am 19. September 2018 (04:30)
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Kaplan Ciprian Iacob und Pfarrer Jerome Ciceu werden in ihr Amt eingeführt. Die Zeremonie nahm Bischofsvikar Stephan Turnovszky mit Dechant Clemens Beirer vor.

Die Versetzung des Pfarrers Wladyslaw „Ladi“ Strus wirbelte Staub auf, die Zeit bliebe aber nicht stehen. Bischofsvikar Stephan Turnovszky führte Pfarrmoderator Jerome Ciceu am zweiten September-Tag in sein Amt ein.

Turnovszky ging in seiner Predigt noch einmal auf die letzten Ereignisse (die NÖN berichtete) ein. Er trat entschieden gegen die Auffassung auf, dass der Pfarrgemeinderat für Strus’ Versetzung verantwortlich ist. Es gebe im ganzen Pfarrverband keinen Sündenbock. „Niemand hier hat Ladi Strus beim Bischof angeschwärzt und dessen Versetzung bewirkt“, erklärte er in aller Deutlichkeit. Vielmehr hätten sich die Verantwortlichen in der Erzdiözese Wien schon nach einem Jahr die Frage gestellt, ob der Pfarrer fürs Amt geeignet sei.

Strus kam vor drei Jahren nach Zellerndorf: Er hat sich als Kaplan für die Stelle als Pfarrmoderator beworben, nachdem Franz Mantler in den Ruhestand trat. Die Befähigung, einen Pfarrverband zu leiten, musste Strus in Kursen nachträglich erwerben. Ein Coach unterstützte ihn in der Anfangszeit.

Der Pfarrer ist einerseits mit seiner offenen Art gut angekommen, andererseits ist zu hören, dass die Zusammenarbeit mit ihm nicht leicht war. Turnovszky traf letztlich die Entscheidung, ihn ins Südvikariat zu versetzen, wo er „nur“ mehr das Amt des Pfarrvikars ausübt.

Damit alles im gewohnten Rahmen bleibt, rückte der 40-jährige Kaplan Ciprian Iacob nach. Er wird im Zellerndorfer Pfarrhof wohnen und das Viererteam der Seelsorger mit Bruder Eduard Schretter und Pfarrvikar Josef Antoci ergänzen. Ihnen steht Ciceu vor.

Jerome Ciceu betreut nun ach Pfarren

Dieser betreut acht Pfarren: Pulkau, Obermarkersdorf, Waitzendorf, Zellerndorf, Deinzendorf, Platt, Schrattenthal und Watzelsdorf. „So viele Pfarren gleichzeitig zu betreuen, ist einzigartig im Weinviertel und stellt eine ganz eigene Herausforderung dar“, erklärt Ciceu. Dieser zeigt sich zuversichtlich, die Pfarren mit seinem Team gut zu betreuen. Die Seelsorger stellen sich nach und nach in ihren zukünftigen Wirkungsstätten vor. In Zellerndorf gab es ein Treffen mit der Jungschar. Aber auch der Kindergarten und Schulen wurden bereits besucht.

Kaplan Iacob freut sich über den guten Start: „Ich habe mich hier gleich wohl gefühlt.“