Schmidataler Tischler: „Hatten schon schlechtere Jahre“. Schmidataler Tischler bestätigen: Handwerk hat auch in Krisenzeiten goldenen Boden.

Von Elisabeth Hess. Erstellt am 03. März 2021 (03:33)
„Kunden legen mehr Wert auf umweltfreundliche Möbel und heimische Holzarten“, erzählt Tischlermeister Edmund Zellhofer.
Rapp

Viele von uns verbringen seit einem Jahr die meiste Zeit zu Hause. Grund genug, dieses schöner zu gestalten. Stefan Zamecnik, Vizelandesinnungsmeister der Tischler, vermeldet erfreuliche Nachrichten aus seiner Branche: „Derzeit erhält der Großteil der 1.800 niederösterreichischen Tischler mehr Aufträge als in den letzten Jahren.“ Die NÖN fragte nach, wie‘s bei zwei bekannten Tischlern aus dem Schmidatal läuft.

„Unterm Strich war 2020 normal“, sagt Tischlerei-Chef Andreas Grünzweig.
privat

Im Vergleich zum Jahr 2019 habe man 2020 mit einem klaren Plus abgeschlossen, so Zamecnik, der allerdings in der Lehrlingsausbildung ein Problem sieht: „Wir haben zu wenige junge Menschen, die sich für den Tischler-Beruf interessieren, oder aber solche, die zwar die Ausbildung machen, aber dann woanders hingehen, wo sie mehr Geld verdienen oder in die Schichtarbeit wechseln können.“

„Derzeit mehr zu tun als üblicherweise“

Der Ziersdorfer Tischlermeister Andreas Grünzweig und sein Kollege Edmund Zellhofer aus Maissau bestätigen: Viele Kunden hätten jetzt die Zeit genutzt, um ihr Zuhause umzugestalten oder zu renovieren. „Unterm Strich war 2020 ein normales Jahr. Momentan ist mehr zu tun als üblicherweise“, sagt Grünzweig. Er arbeitet auch als Bestatter: „Wir hatten schon einige Fälle, wo Personen an oder mit Corona gestorben sind, hatten aber weder mehr noch weniger Bestattungen.“

Edmund Zellhofer, der auf Schlafräume und Schlafsysteme spezialisiert ist, zeigt sich ebenfalls zufrieden: „Das Geschäft läuft gut, wir hatten vor Corona schon schlechtere Jahre.“ Zellhofer arbeitet hauptsächlich mit Massivholz, wo die Oberflächen mit Harz behandelt werden. Derzeit sei die Zirbe sehr beliebt. „Die ist der Renner!“ Ein weiterer Trend sei der Weg zurück zur Natur: „Die Kunden legen mehr Wert auf umweltfreundliche Möbel und heimische Holzarten.“

Grünzweig nimmt momentan keine neuen Lehrlinge auf, da er innerbetrieblich auch auf Kontaktereduzierung Wert legt. Zellhofer ist kurz vor seiner Pensionierung und nimmt daher ebenfalls keine neuen Lehrlinge, „wir haben aber nach wie vor Schnupperlehrlinge und Praktikanten“, erzählt er.

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