Neujahrskonzert verzauberte mit Leidenschaft. Kinder- und Abendvorstellung begeisterten. Virtuosen sind Stammgäste in Ziersdorf.

Von Barbara Witzany. Erstellt am 18. Januar 2020 (05:05)
Sabine Brandstätter dankte VahidKhadem-Missagh für den wunderbaren Abend.
Witzany

Die Academia Allegro Vivo gab im Konzerthaus Weinviertel am vergangenen Freitagnachmittag ein Kinderkonzert. „Wir waren so gut besucht, es waren über 100 Kinder da“, strahlten Eventmanagerin Andrea Topitz und Vahid Khadem-Missagh, der künstlerische Leiter des Orchesters.

Beim Konzert für die jüngsten Besucher wird besonders auf die Kinder eingegangen. Mit Spaß und Freude werden den jungen Zuhörern Musikstücke und Instrumente präsentiert. Außerdem wird das Publikum miteinbezogen; da wurde zum Beispiel auch schon getanzt oder mitgesungen. Nach dieser Vorstellung hatten die Kinder im Foyer die Möglichkeit, Instrumente auszuprobieren.

Am Abend gab es dann im ausverkauften Haus das Neujahrskonzert. Es stand unter dem Motto „Leidenschaft“. Zu hören waren Werke von Ludwig van Beethoven, Josef Strauß, Gioachino Antonio Rossini, Oscar Strauß, Pjotr Iljitsch Tschaikowski und Johann Strauß Sohn. Im Programm wurde das Motto des Konzerts mit einem Zitat von Beethoven – es ist das Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag des Komponisten – erklärt: „Eine falsche Note zu spielen, ist unwichtig, aber ohne Leidenschaft zu spielen, ist unverzeihlich.“

Beethovens Fensterbank und andere Anekdoten

Vahid Khadem-Missagh, vielfach ausgezeichneter Künstler von internationalem Rang, moderierte das Konzert. Dabei erzählte er heitere Anekdoten über Komponisten und ihre Musik; so etwa folgende Geschichte: „Nachbarn beobachteten, dass Beethoven in Ermangelung von Papier seine Musik auf einer Fensterbank niederschrieb. Um teures Geld schwatzten sie dem Hausbesitzer die Fensterbänke ab. Als Beethoven sich wieder in dem Haus einmietete, verrechnete der gewitzte Hausherr die neuen Fensterbänke.“

Doch nicht nur Anekdoten erheiterten das Publikum, selbiges wurde buchstäblich verzaubert. Khadem-Missagh ließ unter anderem seinen Dirigentenstab verschwinden.

Im Mittelpunkt stand natürlich die Musik. Das Orchester hat in den vergangenen Jahren viele neue Musiker bekommen. Schmunzelnd erzählte Khadem-Missagh: „Wir Männer sind derzeit in der Unterzahl.“ Um gleich zu betonen: „Natürlich hat das Können oberste Priorität.“ Dieses wurde vom Publikum mit frenetischem Applaus und der Forderung nach mehreren Zugaben eindrucksvoll bestätigt.