Lachmair-Areal in Gars wechselte den Besitzer. Der wechselhaften Geschichte des riesigen Areals an der Garser Einfahrt von Horn kommend wird ein neues Kapitel hinzugefügt: Der Horner Remax-Immobilienberater Christoph Aschauer ist seit Jahresbeginn Besitzer der als „Lachmair-Grundstück“ bekannten Fläche.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 04. Februar 2021 (14:53)
Das Areal, das einst Österreichs älteste Spiegelglasfabrik, nämlich die Firma Lachmair, beherbergte, hat der Horner Remax-Immobilienberater Christoph Aschauer vor kurzem erworben. Fotos: Rupert Kornell
Rupert Kornell

„Gars liegt nicht unbedingt auf meiner Strecke, ich konnte mich nicht mehr darum kümmern“, nennt Vorbesitzer David Seidl aus Altweitra als Grund für den Verkauf. Nach wie vor hat aber noch einen Produktionsstandort auf dem ehemaligen Buhl-Areal, wo zehn Mitarbeiter Beton-Kleinteile herstellen.

„Begonnen hat es im Vorjahr damit, dass David Seidl mich gebeten hat, einen Mieter für eine der Hallen zu suchen“, sagt Aschauer im NÖN-Gespräch. „Ich selbst habe eine Halle für meine Fahrzeuge gesucht, also habe ich zu ihm gesagt, dass ich interessiert bin, aber nicht mieten, sondern gleich kaufen will. Und damit war er einverstanden, somit bin ich seit dem 1. Jänner also Besitzer dieses Areals.“

Den Kaufpreis will er natürlich nennen, aber es dürfte sich um einen siebenstelligen Euro-Betrag handeln.

12.600 m² Grundstück liegt direkt am Kamp

Fast 12.600 m² groß ist dieses unmittelbar am Kamp gelegenen Grundstück, 2.500 m² davon sind verbaute Fläche. Die Gebäude werden schon jetzt zu einem Teil als Lagerräume für Firmen vermietet, nach entsprechenden Adaptionen und Renovierungsarbeiten sollen noch weitere Flächen für Gewerbetreibende bereitstehen, aber auch für Private. Aschauer: „Viele Wohnungsbesitzer haben nur ihren Keller, und der wird oft zu klein. Hier können wir entsprechend kleine Flächen bereitstellen.“

Vier Wohnungen sind ebenfalls vermietet, eine an eine Familie, die anderen drei an Firmen, die hier Arbeiterwohnungen eingerichtet haben. Weitere Einheiten sind nicht geplant.

Zu dem Grundstück gehören auch zwei Wasserkraftwerke samt Aufstiegshilfen für Fische und ein nach der Flut 2002 errichteter Schutzdamm.
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Mit 200.000 bis 300.000 Euro an Kosten für Investitionen in die bestehenden Baulichkeiten rechnet Aschauer, darin beinhaltet ist auch die Reaktivierung der Wasserkraftwerke samt Schutzdamm und Fisch-Aufstiegshilfen. Die noch aus Seidls Zeit stammenden Kraftwerke liefern immerhin 50 kW Strom. Zusätzlich will der neue Besitzer noch eine Photovoltaikanlage errichten: „Die großen Dächer, die nach Süden ausgerichtet sind, eignen sich bestens dafür. Außerdem will ich auch etwas zum Klimaschutz beitragen.“

Derzeit ist Aschauer vor allem damit beschäftigt, die Renovierungsarbeiten zu koordinieren und so den Gebäudebestand abzusichern und ansehnlicher zu gestalten. „Was die Zukunft weiter bringt, damit beschäftige ich mich noch nicht. Ich habe ohnehin genug zu tun…“

Hier stand Österreichs älteste Spiegelfabrik

Einen Blick zurück hat er aber schon geworfen, denn immerhin ist es ein geschichtsträchtiger Boden, hatte doch hier die älteste Spiegelglasfabrik Österreichs, eben die Firma Lachmair, ihren Sitz.

Nach dem Hochwasser 2002, das natürlich auch diesen Betrieb nicht verschonte, gab es einen ersten Konkurs, ein Tiroler versuchte einen Neustart, scheiterte aber vier Jahre später ebenso. Ab dieser Zeit gab es einige Mieter wie Firmen, aber auch ein Atelier des im Vorjahr verstorbenen Künstlers Lois Weinberger. Ab 2015 waren dann etliche Flüchtlingsfamilien einquartiert.