Eggenburg: 39 Ministranten sind rekordverdächtige Schar. Pfarre weist jetzt einen Höchststand auf. Mädchen und Burschen zwischen sieben und 28 Jahren versehen Dienst am Altar.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 06. Dezember 2017 (05:16)
Ernst Weingartner
Die neuen Ministranten der Pfarre Eggenburg mit der Brille, durch die sie „auf Gott schauen“: Victoria Brinnich, Bettina Funk, Miriam Brauneis, Tobias Zeindl, Emilia Figl, Lara Fidesser, Katharina Schuh, Anna Dachsberger, Lilly Fleischhacker, Luisa Busta, Lara Überreiter und Tim Schlegel (von links) mit den beiden Seelsorgern, Rektor Pater Christoph Legutko und Stadtpfarrer Pater Josef Schachinger (hinten, von links).

Das dürfte Rekord sein. Eine Umfrage in mehreren großen Pfarren des Waldviertels brachte Gewissheit: Die Pfarre Eggenburg ist zumindest in unserer Region jene mit der größten Schar an Ministranten.

Durch die nun erfolgte Aufnahme zwölf neuer Messdiener kann man bei den Gottesdiensten in der Stadtpfarrkirche St. Stephan und in der Klosterkirche der Redemptoristen auf eine 39-köpfige Schar zurückgreifen!

„Ich habe bei der Aufnahme unserer zwölf Neuen heuer eh gescherzt: Sie sind fast wie Apostel und Apostelinnen“, freut sich Stadtpfarrer P. Sepp Schachinger über den Zuwachs von zehn Mädchen und zwei Buben. Mit einer großen Brille und Sonnenbrillen für alle wurde bei der Aufnahmefeier symbolisiert, dass „Gott auf uns schaut und alles im Blick hat“, wie der Priester auch in der Predigt meinte.

„Bei den neuen Minis, die heuer bei uns angefangen haben, gibt es einen guten Bezug der Eltern zur Pfarre“, nennt der Seelsorger einen Grund für den Zustrom. „Wenn einige Kinder ministrieren kommen, reißen sie oft andere mit. Aber es ist natürlich sehr positiv, wenn die Eltern voll dahinterstehen.“

„Das ist für uns alle eine große Freude!“

Ministrieren darf man in Eggenburg wie üblich ab der Erstkommunion. „Heuer haben wir einige dabei, die waren schon sehr aktiv und sind jetzt in der Vorbereitung. Die haben wir jetzt auch dazu aufgenommen.“

Kalchhauser
Denkt noch nicht ans Ende seiner Tätigkeit: Oberministrant Christian Zeitlberger (28). Foto: Kalchhauser

Pater Sepp weiß mit seinem für die Minis zuständigen Kaplan Pater Christoph Legutko und dem „Organisationschef“ der Minis, dem bereits 28-jährigen Christian Zeitlberger, sowie Pastoralassistentin Bernadette Gundinger starke Assistenten in der Ministrantenfürsorge an seiner Seite. „Dass wir jetzt 39 Ministranten haben, ist natürlich für alle eine riesige Freude!“

Zeitlberger, der bereits seit seinem siebenten Lebensjahr, also 21 Jahre lang, ministriert, freut sich, dass es neben ihm erfreulich viele weitere „Große“ gibt. „Ich bin für die Pläne und gemeinsam mit Pater Christoph für die monatliche Ministrantenstunde sowie die Einschulung der Neuen zuständig“, erklärt er.

„Alle gehen offen auf die Jungen zu. Sie werden sehr geschätzt. Man fühlt sich bei uns einfach wohl!“Christian Zeitlberger, Oberministrant und Organisator

Das gute Klima und die netten Mitarbeiter in der Pfarre seien sicher ein Grund, dass sich in Eggenburg so viele Kinder für den Messdienst entscheiden. „Alle engagieren sich und gehen auf die Jungen zu. Sie fühlen sich ernst genommen und werden sehr geschätzt. Man fühlt sich bei uns einfach wohl.“

Ab der Firmung wird man in Eggenburg zum Oberministranten, was P. Sepp als „wichtige Wertschätzung“ sieht und als Grund, dass viele Jugendliche länger bleiben. Aktuell gibt es zehn – sieben Burschen und drei Mädchen.

Natürlich ist auch die „Begleitmusik“ der ehrenamtlichen Arbeit für die Pfarre ein wichtiges Argument, dazugehören zu wollen. Zeitlberger: „Wir machen jährlich mehrere Ausflüge, ein großes Ministrantenlager, und 2018 sind die Großen wieder auf Wallfahrt in Rom.“

Hat Zeitlberger, der im Zivilberuf in einem Supermarkt arbeitet, noch nie daran gedacht, seinen Dienst zu beenden? Das kostet ihn ein Lachen: „Ich denke nicht ans Aufhören. Und es hat mir auch noch keiner gesagt, dass ich aufhören soll!“