Horner Verein feiert trotz Corona. Auch wenn die Generalversammlung des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins ausfallen muss, blickt Verein stolz auf vielfältige Geschichte zurück.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 19. November 2020 (05:29)
Ungewohnte Jubiläumsfeier: Anlässlich 50 Jahre Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Horn trafen sich Obmann Martin Seidl, Stellvertreter Alexander Nerradt, Kassierin Renate Trimmel und Schriftführer Christoph Chromy (von links) auf dem Festplatz beim Winzerdorf, um mit einem Glas Sekt anzustoßen.
Rupert Kornell

Wenn ein Verein 50 Jahre besteht, ist das meist ein Anlass, groß zu feiern. Erst recht, wenn es sich um den Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein (FVV) Horn handelt, der am 9. November 1970 gegründet wurde.

„Aber aufgrund der Corona-Maßnahmen müssen die Feierlichkeiten auf unbestimmte Zeit verschoben werden“, bedauert Kultur-Stadtrat und FVV-Obmann Martin Seidl. „Auch die für November anberaumte Generalversammlung entfällt, ein neuer Termin wird vermutlich erst im Jahr 2021 gefunden werden. An dieser Stelle sei aber allen Mitgliedern für die erwiesene Treue gedankt, wir freuen uns auf ein Wiedersehen in besseren Tagen.“

Christkindlmarkt, Faschingsumzug und -Gala etabliert

Die Gründung geht auf den damaligen Bürgermeister (und Bezirksschulinspektor) Hans Rasch zurück. Der Anlass waren die damals noch vom Kleingartenverein Horn durchgeführten Horner Festtage, die der Verein aber nicht mehr „stemmen“ konnte, weshalb es eben zur FVV-Gründung kam.

Diese Festtage sind auch heute noch eines der Aushängeschilder des Vereins, 2019 wurden sie im Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zum 50. Mal auf der Festwiese – laut den Schaustellern der schönste „Rummelplatz“ in Niederösterreich mit der besten Infrastruktur – durchgeführt, heuer fielen sie leider Corona zum Opfer.

Im Laufe der Zeit wurden auf diesem Platz einige wichtige bauliche Akzente wie eine WC-Anlage oder das Winzerdorf mit dem „Salettl“, das zuerst auf dem „Poigreichblick“ gegenüber dem Wasserwerk stand, aber immer wieder von Vandalen heimgesucht wurde, gesetzt.

Obmann Horst Langstadlinger und Alfred Stein gelang es, neue Veranstaltungen wie den Christkindlmarkt, den Faschingsumzug und die Narrengala zu etablieren. Beim ersten Versuch eines Horner Christkindlmarktes 1992 im Stadtpark kamen Tausende Besucher. Da aber im Jahr darauf eine Durchführung im Stadtpark aus technischen Gründen nicht mehr möglich war, wurde der Markt in die Thurnhofgasse verlegt. Weil aber dieser Platz von der Horner Bevölkerung nicht dementsprechend angenommen wurde, war nach drei Jahren Schluss.

Bunter Festtags-Spaß musste heuer coronabedingt entfallen.
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Beim Faschingsumzug – erstmals am Faschingsdienstag 1993 – war der Erfolg unvergleichlich größer, daher gibt es ihn auch bis heute, wenngleich jetzt nur mehr alle zwei Jahre. Bei der Premiere am 11.11.1993 wurde um 11.11 Uhr erstmalig der „Sturm“ aufs Horner Rathaus durchgeführt.

Am Abend des gleichen Tages fand im Vereinshaus eine Narrengala statt, über einen längeren Zeitraum gab es jährliche Wiederholungen und Neuauflagen. Die überaus engagierte Truppe der heute leider nicht mehr existierenden Horner Faschingsgilde zeichnete für den großen Erfolg verantwortlich.

Von Festen und Märkten zu Wohnmobilplätzen

In sehr guter Erinnerung sind vielen noch das Dampffest, das im Zusammenwirken mit dem Horner Museumsverein erstmals 2009 und dann wieder 2011 stattfand, initiiert von Langstadlingers Nachfolger Ludwig Schleritzko, mit zahlreichen historischen Dampfmaschinen, Oldtimer-Traktoren und bäuerlichem Arbeitsgerät aus vergangener Zeit.

In den vergangenen Jahren wurde etwa ein Public Viewing zur Fußball-EM 2016 organisiert, im darauffolgenden Jahr wurden mit der Stadtgemeinde vom derzeitigen Obmann Martin Seidl Stellplätze für Wohnmobile errichtet und ebenso ein Ostermarkt im Kunsthaus aus der Taufe gehoben. 2018 wurde erstmalig eine koordinierte Adventveranstaltung interessierter Vereine und regionaler Kunsthandwerker im Kunsthaus Horn abgehalten in Verbindung mit einem kulinarischen Adventdorf in neu angekauften, einheitlichen Verkaufsständen.

„Den wird es leider heuer auch nicht geben“, musste Seidl eingestehen, „die Risiken wären zu groß gewesen.“ Aber im kommenden Jahr will man wieder, so es Corona zulässt, voll durchstarten und beim vereinseigenen Bowle-Stand auf dem Festplatz viele Besucher und gute Freunde begrüßen.