„Haus Helina“: Großes Plus für Horn. Auch wenn die anfängliche Euphorie verflogen ist: Das „Haus Helina“ bleibt ein Meilenstein. Ende Juni wird es aufgelassen.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 16. Juni 2017 (04:43)
NOEN, Fotos: Martin Kalchhauser
Eine der Familien, die in Horn bleiben wollte und für die eine Wohnung gefunden werden konnte, ist die Familie Karimi, die aus Afghanistan stammt und nach vielen Jahren im Iran nach Österreich kam. Im Bild: Veronika Stock (Willkommen Mensch! in Horn, WMH), Golamreza Karimi, WMH-Helfer Wolfgang Reindl, Fatima Karimi mit den Söhnen Yusef (5), Ali (14) und Alireza (12) sowie Irene Stock (WMH, von links).

Viel Euphorie gab es am 29. Juni 2015, als die ersten Flüchtlinge mit einem Bus im „Haus Helina“ (dem alten Stephansheim) ankamen. Davon ist viel verflogen. Doch das Projekt, das mit dem Auszug der letzten Gäste am 16. Juni enden wird, war ein Meilenstein und machte Horn in der Flüchtlingskrise zum Vorbild. Daran erinnerte man beim Abschiedsfest am 10. 6., bei dem es auch kritische Worte gab.

Horn hatte im Sommer 2015 eine Vorbildrolle

Caritas-Wien-Geschäftsführer Klaus Schwertner betonte, dass „viel Gutes passiert“ sei und unterstrich die Rolle der Gemeinde und Bürgermeister Jürgen Maiers: „Horn war eine der ersten Gemeinden, die Verantwortung übernommen haben.“ Zur teils heftigen Kritik wegen Missständen im Haus: „Sicher hat es Probleme gegeben. Das wollen wir nicht schönreden. Wir haben aber immer wieder versucht, das Gespräch zu finden, und das ist auch gelungen. Wir haben hier selbst viel dazugelernt.“

In dieselbe Kerbe schlug Dieter Schewig vom Verein Willkommen Mensch! in Horn (WMH), dessen ehrenamtliche Helfer ein breites Angebotsspektrum (Deutschkurse, Freizeitbetreuung) offerieren. Die Arbeit werde für jene weitergehen, die in Horn (in Privatquartieren) bleiben können: „Es wird weiterhin funktionieren, wenn wir offen sind für Neues und Unbekanntes.“ Vizebürgermeisterin Gerda Erdner: „Die anfängliche Furcht, das Misstrauen ist abgeebbt.“ Sie wünschte alles Gute, „egal, ob Sie in Horn bleiben oder weiterwandern“.

Der Direktor der Caritas St. Pölten, Hannes Ziselsberger, unterstrich, dass Integration leichter sei, wenn die Menschen in kleineren Quartieren seien. Sein Lob an WMH: „Ich bitte Sie, sich weiter zu engagieren!“Sieben Wohnungen konnten für die noch im Haus untergebrachten Flüchtlinge gefunden werden, davon werden in fünf ganze Familien einziehen.