Grandioses Finale für „Allegro Vivo“. Mit Mozart und Mahler ging das 39. Festival „Allegro Vivo“ – zum ersten Mal unter Vahid Khadem-Missagh – zu Ende.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 21. September 2017 (03:57)
Mit einer meisterhaften Interpretation von Mozarts Divertimento KV 136 begeisterte die – wie schon beim Eröffnungskonzert stehend spielende – Academia Allegro Vivo unter der Leitung von Vahid Khadem-Missagh (Mitte).
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„Es ist so ein erhebendes Gefühl, Mozart zu hören, in dieser Qualität und in diesem Rahmen“, schwärmte ein Besucher-Ehepaar aus Wien nach dem ersten Teil des Abschlusskonzerts von Allegro Vivo in der wieder bis auf den letzten Platz besetzten wunderschönen Altenburger Stiftsbibliothek. „Das ist eine wahre Erholung für die Seele.“

Und es waren nicht die einzigen Besucher, die sich so oder ähnlich äußerten, denn sie erlebten einen weiteren musikalischen Höhepunkt in der an Höhepunkten so reichen Ära des Festivals mit Wolfgang Amadeus Mozarts Divertimento in D-Dur, KV 136, und Gustav Mahlers 4. Symphonie in G-Dur.

„Klang verbindet“ ist Motto im Jubiläumsjahr

Dass mit der Ankündigung, Mozarts Musik würde zu einem „Höhenflug in himmlische Sphären verlocken“, nicht zu viel versprochen wurde, war dem 15-köpfigen Streicherensemble der Academia Allegro Vivo zu verdanken, die mit Festival-Leiter Vahid Khadem-Missagh eine glanzvolle Darbietung lieferte und das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Nicht minder war der Applaus bei Mahlers „Vierter“, die gern als seine „klassische“ Symphonie bezeichnet wird. Allerdings wurde sie nicht in „klassischer Besetzung“ mit großem Orchester wiedergegeben, sondern mit zwölf hervorragenden Solisten, angeführt von Vahid Khadem-Missagh, dessen erste Saison als künstlerischer Leiter damit erfolgreich zu Ende ging.

Schönberg-Schüler Erwin Stein hat das Meisterwerk für Kammerensemble arrangiert und es hervorragend verstanden, Mahlers Ideen besonders zur Geltung zu bringen. Eine davon war, die Melodie des Kinderliedes „Bi-Ba-Butzemann“ einzuflechten, eine andere, im vierten Satz der Symphonie das Lied „Das himmlische Leben“ aus „Des Knaben Wunderhorn“, einer Volkslieder-Textsammlung von Clemens von Brentano und Achim von Armin aus dem 19. Jahrhundert, einzuarbeiten. Die schwedische Starsopranistin Malin Hartelius war dabei eine grandiose Interpretin, die es ausgezeichnet verstand, die „himmlische Stimmung“ wiederzugeben.

Beim Empfang im Anschluss an das Konzert gab Khadem-Missagh dann das Motto für das Jubiläumsjahr 2018 bekannt: „Klang verbindet“. Bei einer musikalischen Weltreise wird jedes Konzert einem bestimmten Kulturkreis zugeordnet und so die verbindende Wirkung der Musik manifestiert.