Der Bezirk Horn hinkt weiter nach. Horner Medianeinkommen liegt um 219 Euro unter dem Landes- Schnitt. Frauen verdienen ein Drittel weniger.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 04. Dezember 2019 (02:19)
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Der Bezirk Horn liegt bei den Einkommen weiterhin im Schlussfeld in Niederösterreich: Lediglich in vier Bezirken liegt das Medianeinkommen (jeweils die Hälfte der unselbstständig Erwerbstätigen verdient mehr, die andere Hälfte weniger, Anm.) noch niedriger als im Bezirk Horn. Damit belegt Horn im NÖ-Ranking den 20. Platz – das besagt die aktuelle Einkommensanalyse 2018 der Arbeiterkammer. Im Vergleich zu 2017 verbesserte sich Horn damit um einen Rang.

Immerhin verbuchten die Horner im Vergleich zu 2017 einen realen Einkommensgewinn von 0,65 Prozent. Die Frauen schnitten in dieser Hinsicht mit +0,89 Prozent besser ab als Männer mit +0,19 Prozent. Damit verringerte sich im Lauf des Jahres der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen leicht. Dennoch: Das Medianeinkommen der Frauen liegt mit 1.489 Euro um satte 34,6 Prozent unter jenem der Männer mit 2.275 Euro. Bei den Frauen liegt der Bezirk Horn damit um 11,7 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 1.686 Euro, bei den Männern „nur“ um 8,5 Prozent. Hier beträgt der Landesdurchschnitt immerhin 2.487 Euro.

Das Medianeinkommen in Horn betrug 2018 1.952 Euro – und lag so deutlich um 10,1 Prozent unter dem NÖ-Median von 2.171 Euro, aber auch unter den Waldviertler Bezirken Gmünd (2.278 Euro), Waidhofen (2.116 Euro) und Zwettl (2.067 Euro). 2017 lag das Medianeinkommen in Horn noch bei 1.901 Euro.

Als Grund für das schwache Abschneiden des Bezirks Horn nannte AK-Bezirksstellenleiter-Stellvertreterin Marianne Jany den hohen Anteil an Jobs im Dienstleistungsbereich, der generell nicht sehr gut bezahlt ist, im Bezirk Horn, der anders als etwa der Gmünd weniger Industriebetriebe hat. Auch der hohe Anteil an Teilzeitjobs – vor allem bei den Frauen – sei für das niedrige Niveau verantwortlich. Besonders auffällig: Während weibliche Angestellte im Bezirk um 14,8 Prozent weniger verdienen als im Landesschnitt, beträgt die Differenz bei Männern nur 4,5 Prozent.

Jany unterstreicht daher die beiden langjährigen AK-Forderungen nach einem Mindestlohn von 1.700 Euro in allen Kollektivverträgen, die Angleichung von Gehältern von Frauen und Männern und den Ausbau von Infrastruktur und Kinderbetreuungsmöglichkeiten. „Zudem zeigt sich, dass jährliche Kollektivvertragsverhandlungen unabdingbar sind“, sagte Jany.