Badegäste „irritiert“. Kamp wird eher gemieden, die Fischer hingegen freuen sich, weil die Pflanzen den Jungtieren Unterschlupf bieten.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 19. August 2014 (10:51)
Bei den Badegästen sind die Algen im Kamp gar nicht beliebt, Fischer wie Friedrich Wiesinger, auch Vorsitzender des Umweltressorts der Gemeinde, schätzen sie, weil die Kleinfische Unterschlupf finden und die Wasserpflanzen außerdem reichlich Sauerstoff abgeben.
NOEN, Rupert Kornell

Die Badegäste, die im kühlen Kamp Erfrischung suchen, sind irritiert bis verärgert, die Fischer sehen die Situation entspannt, die Verantwortlichen sind machtlos. „Seit ich mich erinnern kann, bewusst die letzten 25, 30 Jahre, hat es Algen im Kamp gegeben, einmal mehr so wie heuer, einmal weniger“, so Friedrich Wiesinger, der Vorsitzende des Umweltausschusses.

„Die Wasserpest liebt besonders kühles Gewässer"

Die „elodea canadensis“, die Wasserpest, hat wieder einmal vom Kamp Besitz genommen und bedeckt weite Flächen des Flusses. Das passiert aber nicht nur in Gars, sondern etwa auch in Rosenburg, Plank oder in Schönberg. „Es ist wohl eine Frage der Witterung und sicherlich auch eine des Wasserstandes, wie häufig die Wasserpest vorkommt“, erklärt Wiesinger.

Schon Ende der 80er-Jahre des vorigen Jahrhunderts, noch unter dem damaligen Bürgermeister Heribert Reisinger, habe man auch mithilfe der Universität für Bodenkultur versucht, der Algenplage mit verschiedensten Maßnahmen nachhaltig Herr zu werden, aber auch damals sei man gescheitert.

„Die Wasserpest“, weiß Wiesinger, „liebt besonders kühles Gewässer, und das ist ja der Kamp mit derzeit 17 Grad. Und der niedrige Wasserstand seit Monaten trägt das seine dazu bei. Wenn’s so weiter geht, können wie damals wieder die Enten auf den Algen den Kamp zu Fuß überqueren …“

Algen sind wichtige Sauerstoffproduzenten

Wenn schon die Badegäste den Kamp meist meiden und sich beschweren, warum die Algen nicht geschnitten oder ausgebaggert werden, wie Bademeister Robert Schmalhofer zu berichten weiß, haben die Pflanzen laut Wiesinger doch auch ein Gutes: „Sie bieten Unterschlupf für Jungfische und Fisch-Nährtiere und sind ein wichtiger Sauerstoffproduzent.“

Und die Pflanzen abzureißen oder abzumähen, bringe überhaupt nichts, im Gegenteil. „Jeder Pflanzenteil bringt wieder neue hervor. Wir müssen eben mit den Launen der Natur leben“, so Wiesinger.