Brunner Bürgermeisterin: „Geht uns nicht so schlecht“. Die Brunner Bürgermeisterin Elisabeth Allram über gute Lebensqualität und anstehende Projekte.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 27. Februar 2021 (03:47)
Elisabeth Allram hat auch 2021 so einiges vor.
Gemeinde Brunn

Wie lange will sich die Pandemie denn noch hinziehen? Diese Frage stellt sich die Brunner Bürgermeisterin Elisabeth Allram schon seit Längerem. Im Gespräch mit der NÖN erzählt sie, wie sie 2020 erlebt hat und welche Projekte 2021 in der Gemeinde Brunn an der Wild anstehen.

NÖN: Was waren Ihre ersten Gedanken, als im März 2020 der erste Lockdown ausgerufen wurde?

Elisabeth Allram: Zu Beginn dachte ich mir noch, das Ganze wäre nach ein paar Wochen wieder vorbei und wir könnten direkt danach normal weiterleben. Dass sich die Coronakrise so lange hinziehen würde, wäre mir zu Beginn nie in den Sinn gekommen.

Wie würden Sie das Jahr kurz zusammenfassen, wenn das überhaupt möglich ist?

Allram: Es war auf jeden Fall ein schwieriges Jahr, vor allem für die Vereine und das Zusammenleben im Allgemeinen. Das Reduzieren des persönlichen Kontaktes war für die Gemeinschaft nicht besonders förderlich.

Wie hat sich der Bürgermeisterinnenalltag verändert?

Allram: Hauptsächlich der Kontakt mit der Bevölkerung ist seit Corona anders. Dadurch, dass es kaum Veranstaltungen gab, ist man ganz einfach nicht so zusammengekommen. Auf der Gemeinde selber hat sich jetzt nicht so viel verändert. Man muss halt jetzt nur Abstand halten und eine Maske aufsetzen.

Konnten 2020 alle geplanten Projekte umgesetzt werden?

Allram: Wir haben eigentlich alles so ziemlich durchgebracht. Ein großer Brocken war sicher das neue Feuerwehrauto für Brunn. Im Zuge einer Siedlungserweiterung haben wir auch sechs Bauplätze neu parzelliert. Verschoben oder abgesagt musste eigentlich nichts werden.

Wie ist die Gemeinde im Hinblick auf Ansteckungen durch das Jahr gekommen?

Allram: Die Zahlen waren eigentlich immer recht niedrig. Seit Beginn hatten wir 20 Infektionen in der Gemeinde. Ich würde schon sagen, dass wir bis jetzt relativ gut durchgekommen sind.

Das Jahr 2020 ist natürlich rückblickend sehr negativ belastet. Gibt es aber auch etwas Positives, dass man mitnehmen kann?

Allram: Es jammern zwar alle immer, aber ich denke, dass es uns in Summe gar nicht so schlecht geht. Wir können uns hier am Land glücklich schätzen. Die meisten haben einen Garten und rausgehen kann man sowieso immer. Eingesperrt in der Wohnung ist niemand. Auch die Versorgung funktioniert, also so schlimm ist es nun auch wieder nicht, wie oft behauptet wird. Man muss sich halt ein bisschen zurücknehmen.

Stehen in Brunn auch 2021 größere Projekte an, oder macht die aktuelle Lage das Planen schwer?

Allram: Die bereits angedachten Projekte wollen wir heuer schon auch umsetzen. Eine größere Investition fließt zum Beispiel in ein neues Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr Dietmannsdorf. Auch die Gemeinde wird sich am Kauf beteiligen. Ich hoffe, dass das Fahrzeug bis Ende des Jahres kommt. Auch Arbeiten am Polizeigebäude stehen an. Dort wird heuer das Dach saniert. Die Option für einen Umbau zur Barrierefreiheit halten wir uns noch offen. Das ist aber noch nicht entschieden. Zusätzlich wird im Laufe des Jahres eine Photovoltaikanlage am Dach vom Gemeindehaus installiert werden. Wenn wir vom kommunalen Investitionsprogramm noch Förderungen bekommen, planen wir auch noch, einige Ortschaften auf LED-Beleuchtung umzustellen. Um dieses Projekt sind wir laufend bemüht. Mal schauen, wie weit wir da heuer kommen.

In der Vergangenheit gab es in Brunn immer wieder Probleme mit der Trinkwasserversorgung. Wie ist die Gemeinde in dieser Hinsicht gerade aufgestellt?

Allram: Da es im Vorjahr sehr viel geregnet hat, hat sich die Wasserversorgung wieder normalisiert. Sollten wieder so trockene Zeiten, wie 2018 oder 2019 anbrechen, schaut es leider schlecht aus. Wir überlegen deshalb, nach einem neuen Brunnen zu suchen. Messungen dafür wurden schon gemacht, aber konkrete Pläne gibt es noch nicht.

Was wünschen Sie sich für 2021?

Allram: Dass endlich wieder Normalität einkehrt. Ich wünsche mir, dass Veranstaltungen bald wieder möglich sind und man sich wieder ohne Einschränkungen treffen kann.