Trogerstift startet in die Saison. Coronabedingt ab 3. Juli und bis 26. Oktober können Besucher die Vielfalt der Schätze des Klosters Altenburg erleben.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. Juli 2020 (05:16)
Abt Thomas Renner (rechts) und Prior Pater Michael Hüttl mit dem Österreichischen Museumsgütesiegel und der Verleihungsurkunde inmitten der historischen Gemäuer des „Klosters unter dem Kloster“, eine der zentralen Sehenswürdigkeiten des Stiftes Altenburg.
Andreas Anker

Vom Frühling bis in den Herbst öffnet das Benediktinerstift Altenburg Jahr für Jahr seine barocken Räumlichkeiten für Besucher. Im Corona-Jahr startet die Saison mit Verspätung: Ab 3. Juli kann man in der prachtvollen Stiftskirche, der 50 Meter langen Bibliothek und der grotesken Krypta wieder die Welt des Barock erkunden.

Außerdem locken das architektonisch einzigartig gestaltete „Kloster unter dem Kloster“, das Einblick in die ursprüngliche, mittelalterliche Klosteranlage gewährt, und die weitläufigen Gartenanlagen im und um das Stift. Als Würdigung für die konsequente Museumsarbeit auf höchstem Niveau trägt Stift Altenburg seit Kurzem das Österreichische Museumsgütesiegel. „Auf diese Prämierung sind wir sehr stolz. Die Auszeichnung zeigt, dass unsere konsequente, mühevolle Arbeit und unsere Bemühungen, Besuchern ein möglichst umfassendes Barock-Erlebnis zu bieten, wertgeschätzt werden“, so Prior Pater Michael Hüttl.

Spaziergang durch das mittelalterliche Kloster

Stift Altenburg ist auch als „Trogerstift“ bekannt. Im eindrucksvollen Rundgang entdeckt man die vom berühmten Barockmaler Paul Troger mit herrlichen Fresken ausgestatteten Räume der Stiftskirche, der Bibliothek, des Kaisertraktes und des Marmorsaals. Als Ausflugsziel verbindet das Waldviertler Benediktinerstift den Barock-Schwerpunkt über ein einzigartiges Ausstellungsdesign gekonnt mit dem Mittelalter: Erst vor einigen Jahren wurden die Grundmauern der früheren, mittelalterlichen Klosteranlage freigelegt und im Rahmen einer preisgekrönten Architektur des Duos Jabornegg & Pálffy erlebbar gemacht. Geschichte, Gegenwart und Zukunft verbinden sich in diesem „Kloster unter dem Kloster“ auf außergewöhnliche Weise.

Im Zuge von Stiftsführungen oder thematischen Ausstellungen werden auch Exponate der stiftlichen Sammlungen präsentiert. Der Bogen spannt sich von der Gemäldesammlung mit Schwerpunkt 17. und 18. Jahrhundert über die Äbte-Galerie bis hin zur liturgischen Goldschmiedekunst.

300 Barock-Bilder aus der „Sammlung Arnold“

In den Barock-Schwerpunkt ordnet sich auch die „Sammlung Arnold“ perfekt ein. Dieser einmalige Kunstschatz als Schenkung des Tiroler Sammler-Ehepaares Arnold stellt mit 300 Werken die wichtigste barocke Gemäldesammlung Österreichs in Privatbesitz dar. Das Spektrum reicht von intimen Andachtsbildern der barocken Frömmigkeit bis hin zu Entwürfen berühmter Virtuosen zu Altarbildern und Deckenfresken.

In Folge der COVID-19-Pandemie startet die Besuchersaison erst am 3. Juli. Bis 26. Oktober kann das Stift täglich zwischen 10 und 17 Uhr besichtigt werden. „Selbstverständlich nehmen wir die Schutzmaßnahmen ernst und bitten unsere Gäste daher, im Stiftsareal einen Meter Abstand einzuhalten und die zur Verfügung gestellten Händedesinfektionsmittel zu benützen“, betont Abt Thomas Renner. „Aufgrund der Weitläufigkeit des Stiftsgeländes und der zahlreichen Räumlichkeiten, sollte sich der Sicherheitsabstand ohne große Mühe einhalten lassen. Vor allem auch unsere vielfältigen Stiftsgärten mit ihren unterschiedlichen Themen und Ausrichtungen können im Sommer völlig entspannt und nach eigenem Tempo erkundet werden.“