Aufregung um Spritzen samt Nadeln im Gras. STADT REAGIERT / Freizeitsportler machte besonderen Fund. Polizei ermittelt. Verdächtige Gegenstände waren bereits entsorgt.

Erstellt am 03. August 2011 (07:18)
NOEN
VON MARTIN KALCHHAUSER

HORN / Viel Staub hat der Frauenhofner Robert Porod, ein FPÖ-Sympathisant mit bunter parteipolitischer Vergangenheit, mit einem Brief an die Horner Politiker und die Redaktionen lokaler Medien aufgewirbelt. Er schrieb darin von nahe dem Kinderspielplatz neben dem Stephansheim aufgefundenen, gebrauchten Spritzen samt Injektionsnadeln (siehe Leserbrief auf der gegenüberliegenden Seite 17!).

Porod, der immer wieder auf Umweltverschmutzung durch weggeworfene Papier- und Plastiksackerl sowie anderen achtlos illegal entsorgten Müll aufmerksam macht, machte am 23. Juli beim Joggen eine ganz besondere Entdeckung. Er fand im Gras unweit des Kinderspielplatzes im Stadtpark (unterhalb des Stephansheimes) gebrauchte Spritzen samt Injektionsnadeln.

Bürgermeister Maier zeigte  Vorfall bei der Polizei an

 

Die durch seinen Brief alarmierten Verantwortlichen der Stadt Horn reagierten rasch. Wir haben sofort Bauhofmitarbeiter hingeschickt, um das Areal großräumig zu reinigen, betont der für die öffentliche Sicherheit zuständige Stadtrat Jürgen Rochla, dass man sofort tätig geworden sei. Es wurde alles penibel gesäubert. Spritzen oder ähnliche Sachen wurden nicht gefunden.

Bürgermeister Jürgen Maier ging einen Schritt weiter. Er brachte die Sache bei der Polizei zur Anzeige. Ich habe von dieser Sache nichts gewusst und sofort Postenkommandant Franz Kriest kontaktiert. Wenn auf einem Spielplatz oder in dessen Nähe gebrauchte Spritzen auftauchen, werde ich nervös.

Auf der Stadt will Maier den Vorwurf, man kümmere sich zu wenig um die Sauberkeit, nicht sitzen lassen. Wir haben die Spritzen sicher nicht hingeworfen!, ärgert er sich über ständige Schuldzuweisungen Porods. Es wird das Areal dort vom Bauhof regelmäßig gereinigt. Aber nach solchen Dingen zu suchen, gleicht einer ,Ostereier-Suche!

Vor- und nachher keine  solchen brisanten Funde

 

Wie Maier betont, sei auch Bezirkspolizeikommandant Günther Brinnich unverzüglich informiert worden. Die ermittelnden Beamten würden auch Porod einvernehmen.

Brinnich, der klarstellt, dass Porod im Gespräch mit den Polizeibeamten den Fundort mit gegenüber der Viehversteigerungshalle (also nicht in Spielplatznähe) angegeben habe, kündigt an, den Bereich verstärkt mit Zivilfahrzeugen und Zivilbeamten in Augenschein zu nehmen. Wir haben Herrn Porod gesagt, er solle verdächtige Funde sofort melden aber er hat laut eigener Aussage vorher und nachher nichts gefunden.

In der Diskussion tauchte zuletzt sogar der Verdacht auf, die Spritzen seien für das Bild hingelegt worden. Dafür spreche auch, dass sich auf einer Nadel offensichtlich ein Plastik-Schutz befinde. Wer Spritzen achtlos wegwirft, stülpt den sicher nicht vorher wieder über die Nadel, meint ein Arzt, der das Foto zu Gesicht bekommen hat.

Solchen Vermutungen kann sich die Polizei nicht widmen. Dass der Finder die Spritzen sofort fachgerecht entsorgt (Brinnich) habe, mache die Sache jedoch schwierig. Brinnich: Wir hätten gerne gewusst, was drinnen war. Aber das werden wir jetzt nicht mehr klären können.