Horns ÖVP-Gemeinderat Alex Nerradt tritt zurück

Paukenschlag in der Horner Stadtpolitik: Gemeinderat Alexander Nerradt (ÖVP) verkündete via Facebook seinen Rücktritt. Als Grund dafür führt der 45-Jährige an, dass er mit den Corona-Maßnahmen der Regierung nicht einverstanden sei. Die Entscheidung sei weniger durch ihn selbst, als durch die Vorgehensweise von Kurz, Blümel, Schallenberg und vielen mehr erfolgt.

Erstellt am 09. Dezember 2021 | 08:53
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Alexander Nerradt geht als Horner Gemeinderat.
Foto: Rupert Kornell

Er sei schon länger mit dem Weg der Regierung in der Bekämpfung der Corona-Pandemie unzufrieden. "Es hat schon lange in mir gebrodelt", sagt Nerradt im NÖN-Gespräch. Die geplante Impflicht habe dann das Fass zum Überlaufen gebracht.

Er selbst mache keinen Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften, jeder solle selbst über seinen Körper entscheiden dürfen.

Er empfinde aufgrund des ersten Strafentwurfs (600 Euro alle drei Monate) die Impfpflicht als eine Zumutung für „Menschen, die „auch heute schon um jeden Cent kämpfen müssen, um die Familie ernähren zu können und sich eine halbwegs warme Wohnung im Winter leisten zu können“. Und das in Zeiten, in denen hochgelobt Steuerentlastungen durch steigende Spritkosten bzw. Mineralölsteuer, steigende Lebensmittelpreise und Mieten ohnehin gleich wieder aufgefressen werden, so Nerradt.

Er wirft der Regierung daher „respektlosen Gehabe“ vor. Sie agiere nach dem Motto, dass man die Menschen so über den Tisch ziehen müsse, dass „die Reibungswärme die dabei entsteht, als Nestwärme empfunden wird“.

Mit der Horner Gemeindepolitik habe sein Rücktritt nichts zu tun. Die Arbeit auf kommunaler Ebene funktioniere sehr gut, auch die parteiübergreifende Zusammenarbeit sei zu loben. Ihm liege viel an der Stadt, es tue ihm auch leid, dass er diesen Schritt habe setzen müssen. Aber: „Ich kann und will diese dem Volk und den Wählern gegenüber an den Tag gelegte Respektlosigkeit, die nicht mehr zu übertreffen ist, nicht vertreten und mich auch weiterhin in den Spiegel schauen können.“

Bürgermeister Jürgen Maier sagte zur NÖN, dass er mit Nerradt ein Gespräch geführt habe, in dem ihm Nerradt seine Beweggründe dargelegt habe. "Dabei hat er mir versichert, dass seine Entscheidung nichts mit der Horner Kommunalpolitik zu tun hat", so Maier. Und weiter: "Ich war immer der Meinung, dass man Reisende nicht aufhalten soll."

Da Nerradt seinen Rücktritt mit 31. Dezember eingereicht hat, ist die Nachfolge noch offen. Laut Maier werden dazu gerade Gespräche geführt.