Eiserner Vorhang: Wie eine Grenze den Tod näher rückte. Das Museum Horn geht anlässlich der Öffnung des Eisernen Vorhanges auf die Zeit vor und nach 1989 ein.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. Mai 2019 (03:40)
Karin Widhalm
Präsentierten das Ausstellungskonzept (v. l.): Kulturgemeinderat Martin Seidl, wissenschaftlicher Museumsleiter Martin Bauer, Konzeptgestalter Franz Pötscher, Obmann-Stellvertreterin Ursula Bösel (Museumsverein), Panzer-Sammler Ottokar Pessl und organisatorischer Museumsleiter Anton Mück.

„Für uns war es eine tote Grenze, drüben eine Todesgrenze“, hebt Franz Pötscher die Tragweite des Eisernen Vorhanges für den tschechischen Nachbarn hervor. Opfer waren Zivilisten und Soldaten. „Der Draht ist unter Strom gestanden.“ Das zeigt ein Objekt aus dem Museum Kautzen für die kommende Ausstellung „30 Jahre Öffnung des Eisernen Vorhanges“ im Museum deutlich.

Ein Tor, mit Stacheldraht und Kabeln versehen, steht dort: Der Eiserne Vorhang war passierbar, auch für Bauern, weil landwirtschaftliche Flächen zwischen der scharf bewachten Barriere und der eigentlichen Staatsgrenze lagen. Das größte Exponat ist aber ein leichter Aufklärungspanzer.

„Die heutige Jugend hat keinen Bezug mehr zu der Zeit. Wir können uns noch an das Gefühl erinnern.“Franz Pötscher will die damalige Atmosphäre vermitteln.

Ottokar Pessl, Betreiber des Kraftfahrzeugmuseums in Sigmundsherberg, bewahrt ihn mit 200 Militärfahrzeugen auf. Fachleute bauten den OT-65 in Ungarn, setzten dabei einen Steyr-Motor ein – und das während des Kalten Krieges. Der fahrtüchtige Panzer diente schon als Requisit für einen Film über den Prager Frühling.

Karin Widhalm
Der Stacheldraht, der das Tor schützte, stand unter Strom.

„Die heutige Jugend hat keinen Bezug mehr zu der Zeit. Wir können uns noch an das Gefühl erinnern“, erklärt Pötscher, der das Konzept für die Ausstellung erstellte. Die Geschichte von 1945 bis 1989 wird im Erdgeschoss dargestellt. Der Fokus im galerieartigen Raum darüber liegt in den vergangenen 30 Jahren. Besucher können an einer mechanischen Schreibmaschine ihre eigenen Erfahrungen oder eine grenzüberschreitende Aktivität festhalten.

Eine davon ist die Kooperation des Museums Horn und Technischen Museum Brno (Brünn), auf deren Basis die zweisprachige Ausstellung entstand. „Das ist keine kurzfristige Geschichte, wir wollen eine dauerhafte Partnerschaft“, sagt Pötscher. Der Austausch wird weiter gepflegt.