„Eisenreiter" Alfred Blaim erkundet „Down Under". Der Horner Alfred Blaim ist seit zwei Monaten mit seiner Kawasaki KLR 650 in Australien unterwegs - teilweise bei 45 Grad im Schatten. Der NÖN lieferte er nun einen ersten Zwischenbericht.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 29. November 2019 (10:12)

„Ich möchte den riesigen Kontinent umrunden, zum ,Uluru' und Tasmanien bereisen", erzählte Blaim. Am 22. September begann er in Sydney mit seiner lange geplanten Motorradtour. Vorerst ging es am Pacific-Highway mit seinem in Sydney gekauften „Stahlross" - einer KLR 650 - Richtung Norden.

In Port Macquarie entging Blaim nur knapp dem verheerendem Buschfeuer und hatte die erste Begegnung mit Koalabären. Auf Fraser Island, der weltgrößten Sandinsel, und den Whitesunday Islands  mit „schneeweißem Sand und  paradiesischen Stränden" machte er beim Schnorcheln die ersten Unterwasser-Videoaufnahmen.

Danach ging es durch endlose Zuckerrohrfelder und subtropische Regenwälder, nach den ersten 3.500 Kilometern der Tour erreichte Blaim dann am „Capitain Cook Highway“ Port Douglas. Von hier aus machte er einen zweitägigen Ausflug zum weltbekannten „Great Barrier Reef“, wo er Korallen, Fische und Wasserschildkröten unter Wasser filmen konnte: „Das war ein unvergessliches Erlebnis", strahlt Blaim.

Wüste durchquert

Nach diesen schönen Erlebnissen folgte das schwierigste und anstrengendste Teilstück. Bei mehr als 40 Grad galt es, den Kontinent von Ost nach West zu durchqueren. In der fast unbewohnten Halbwüste fand Blaim nur alle 200 bis 250 km „Roadhouses", um sein Motorrad aufzutanken, sich zu erfrischen oder zu übernachten.

Auf seinem Weg machte Blaim auch weniger schöne Erfahrungen: „Alle 500 Meter liegt der Kadaver eines überfahrenen Kängurus auf der Straße und zeigt von der Gefährlichkeit eines Zusammenstoßes mit diesen Tieren. Aber auch die „Road Trains“, die 50 Meter lang und 120 Tonnen schwer sind, brausen mit 130 Sachen dahin und nehmen alles mit, was sich ihnen in den Weg stellt", sagt Blaim.

Im Herzen Australiens machte er auch die erste Begegnung mit den Aborigines, den Ureinwohnern. Nach zehn schweren Tagesetappen erreicht der „Eisenreiter" abgespannt und müde Darwin, die Hauptstadt des Northern Territory. Dort herrschte drückende Hitze mit 43 Grad im Schatten: „Das Getränk am Motorrad war so heiß, dass ich mir beim Trinken die Lippen verbrannt habe", erzählt Blaim.

"Die Hitze ließ mich schwachsinnig werden, das Gehirn schien zu kochen"

Nach dieser anstrengenden Etappe gönnte er sich eine Woche Pause mit Besuchen im  besucht er die Nationalparks „Kakadu“ und „Litchfield“. Außerdem wurde „das Stahlross neu beschlagen" und mit neuen Gummis versehen, ehe es an der Westküste Australiens wieder in den Süden weiter ging. „Aber wenn ich dachte, ich hätte das Härteste schon hinter mir, so habe ich mich gewaltig getäuscht. Es kommt schlimmer als befürchtet", wurde Blaim dabei überrascht. „Die Fahrt durch die Region Kimberley bis Broome ist der pure Wahnsinn. Die Hitze ließ mich schwachsinnig werden, das Gehirn schien zu kochen", berichtet der Horner Biker.

Um dem zu entgehen, begann er schon um 4 Uhr am Morgen mit der Fahrt und beendete um 9.30 Uhr den „Ritt durch die Hölle". Das schlimmste Teilstück von Broome zum Roadhouse „Sandfire“ führte Blaim 350 km durch Halbwüste - „ohne Abwechslung, ohne Tankstelle, ohne Rasthaus, einfach nur Wüste und 45 Grad. Aber auch das habe ich auf Grund meiner mentalen Stärke geschafft", sagt Blaim. Doch trotz aller Anstrengung habe er auf seiner Fahrt durch Down Under eine gewisse Liebe zu diesem Land gefunden und meint, ehe er sich für die weiteren Etappen auf sein Bike schwingt: „Der Eisenreiter ist einfach, aber eisenhart, eben ein Waldviertler."