Bukowina-Arbeit: Preis für jungen Horner Historiker. Der Horner Alexander Renner erhielt für Arbeit über Kronland Bukowina „Franz Mathis Preis“.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 30. Juni 2020 (07:45)
Der Horner Student Alexander Renner erhielt für seine Arbeit über die Bukowina den „Franz Mathis Preis 2020“.
privat

„Das kommt sicher nicht schlecht in meinem Lebenslauf“ – sichtlich stolz zeigte sich der 22-jährige Horner Student Alexander Renner über den Gewinn des „Franz Mathis Preis 2020“. Diesen Preis, der nach dem Innsbrucker Wirtschaftshistoriker Franz Mathis benannt ist, erhielt er für seine Arbeit „Die Bukowina als eine Insel des ,Deutschthums‘ im Osten“.

Positiver Nebeneffekt des Preises: Seine Arbeit wurde in der aktuellen Ausgabe der Online-Zeitschrift „historia scribere“ veröffentlicht. Und es sei für Studenten unüblich, in wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichen zu dürfen.

Nach der Schule, die Renner in Horn absolvierte und dem abgeleisteten Zivildienst ging Renner 2017 nach Innsbruck, um hier sein Bachelor-Studium Geschichte zu absolvieren. Seine Arbeit hat Renner im Zuge eines Kurses im Rahmen seines Geschichte-Studiums, das er derzeit im sechsten Semester absolviert, geschrieben.

Aus den für den Preis eingereichten Beiträgen werden dann in einer Blind-Begutachtung zunächst 15 ausgewählt, die vier Besten werden dann ausgezeichnet und publiziert. Die Preisverleihung erfolgte coronabedingt übrigens online.

Auf die Idee, über das Kronland Bukowina, das von 1775 bis 1918 zur Habsburger-Monarchie gehörte, zu schreiben, sei er durch sein generelles Interesse an der Habsburger-Monarchie und an der Österreichischen Geschichte gekommen. Sein besonderes Interesse habe dann die Tatsache geweckt, dass dieses Kronland in der deutschsprachigen Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts komplett anders dargestellt werde als der Rest Osteuropas.

Unter Kaiser Joseph II. wurde daran gegangen, die Bukowina an das habsburgische Herrschaftsgebiet anzugliedern. Dazu kamen in drei Phasen bis 1826 deutsche Siedler in das Land. Mittels Ausbaus des Schulwesens sowie infrastrukturellen Verbesserungen sollte die Bukowina an die restlichen Länder der Krone angebunden werden. In den von Renner untersuchten Reiseberichten werden diese Angliederungsprozesse mehrmals mit der Verbreitung des „Deutschthums“, also deutscher Kultur, Bildung und Sprache, gleichgesetzt.

Renner will künftig in Lehre und Forschung

In seiner Arbeit geht Renner der Frage nach, wie die Bukowina in Reiseberichten in Bezug auf die scheinbar starke Präsenz deutscher Kultur beschrieben wurde und wie sich diese subjektiven Beobachtungen mit den Erkenntnissen der neueren Forschung vereinbaren lassen.

Seine berufliche Zukunft sieht Renner im Bereich der Lehre und Forschung im universitären Bereich. Ob Innsbruck, eine andere Uni in Österreich oder im Ausland sei aber nebensächlich.