Salon-Wein: Röschitz in großer Zahl vertreten. Ein Sieger und sechs Prämierungen weist Röschitz vor: Die Winzer beeindruckten die Fachjury bei der Staatsmeisterschaft des Weines gehörig.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. September 2020 (08:55)
Freuen sich über die hohe „Salon“-Auszeichnung (hinten, von links): Gerald Schneider, Franz-Joseph Stift, Margit Krottendorfer, Ewelina und Leo Maurer, Mathias Rutten-stock; (vorne, von links) Sonja und Paul Frischauf, Johannes Kölbl.
Karin Widhalm

Einer der 17 Salon-Sieger kommt aus Röschitz – und das Weingut Frischauf ist als einziges gleich mit zwei Sorten vertreten: dem Riesling aus der Ried Rittsteig und dem süßen Weißburgunder „Fräulein Frischauf“. Diese Bouteillen dürfen das „Salon“-Emblem und zusätzlich den Goldenen Lorbeerkranz tragen. Wie kommt es dazu?

Ein Händchen und harte Arbeit. „Harte Arbeit“, lächelt Sonja Frischauf. „Und ein Händchen für Riesling.“ Dieser habe schon 2019 mit einer Top-Platzierung im Salon geglänzt. „Aber dass wir um den ersten Platz nach Wien fahren werden, das hätte ich mir nicht gedacht“, freut sich die Winzerin sehr. Dies sei eine große Bestätigung und ein Ansporn, weiterhin das Beste zu geben. Sie ist nicht die Einzige, die sich freuen darf.

Prämierung für weitere Winzer. Sechs Röschitzer erhielten unter insgesamt 270 Weingütern aus Österreich Salon-Prämierungen: Kölbl, Krottendorfer, Maurer, Ruttenstock, Schneider und Stift werden im Guide der „Österreich Wein Marketing“ vorgestellt. Gerald Schneider weist sogar drei Salon-Weine vor und Mathias Ruttenstock hat sieben Mal in Folge eine Salon-Prämierung erhalten. Nicht vergessen darf man das Weingut Ecker (Grafenberg) aus der Nachbargemeinde, das mit dem Grünen Veltliner vertreten ist.

Große Zahl, große Viefalt und ein Riesling an der Spitze. „Dass Rö-schitz mit einer so großen Zahl vertreten ist, ist eine schöne Auszeichnung“, betont Franz-Joseph Stift. Nicht viele Weinbau-Gemeinden weisen eine hohe Konzentration an Salon-Prämierungen vor: Gols gehört dazu, Langenlois zeigt außerdem ordentlich auf. „Interessant ist auch die Streuung, die wir hier in Röschitz haben“, verweist Leo Maurer auf die Vielfalt der Sorten. „Und dass ein Riesling an der Spitze steht, ist auch sehr erfreulich“, erinnert Frischauf daran, dass eigentlich andere Weinbaugebiete zu den Riesling-Spezialisten zählen.

Vorsicht bei der 2020er-Prognose. Die Winzer wollen für den Wein-Jahrgang 2020 noch keine Prognose abgeben – „solange er nicht im Keller ist“, erklärt Frischauf. „Die Natur ist unberechenbar.“ Stift ergänzt: „Wir brauchen einen trockenen, beständigen, sonnigen Herbst.“ Abwarten heißt es solange. Der viel diskutierte Weinpreis lässt die Röschitzer nicht kalt, auch wenn sie auf Flaschen- statt auf Traubenverkauf setzen. „Wir sind daran interessiert, dass der Grundpreis stimmt“, erklärt Frischauf. „Letztlich fällt das auf alle zurück.“

„Fantastischer Jahrgang 2019“. Frischauf war bei der „Salon“-Verleihung vertreten, die in der Vorwoche im Palais Coburg im kleinen Rahmen stattgefunden hat. „Trotz aller Widrigkeiten im heurigen Jahr war meinem Team und mir von Anfang an klar: Der Salon muss unter allen Umständen stattfinden – schon allein, um den fantastischen Jahrgang 2019 zu würdigen“, sagte Chris Yorke, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing GmbH, die hinter dem „Salon“ steht.

Über den „Salon“. Der „Salon“ gilt seit drei Jahrzehnten als Staatsmeisterschaft des Weines, sein Urteil genießt hohes Vertrauen bei Winzern, Händlern und Konsumenten. Die Mitglieder der Verkostungsjury haben eine Verkosterprüfung abgelegt, daneben bewerten Weinberater aus Weinbauschulen und Kammer-Mitglieder.