Leistbare Gründe? Horn im Vergleich günstig. Die Bezirksstadt sticht etwas heraus, doch der Rest des Bezirkes bietet günstiges Bauland wie kaum anderswo.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 21. Juli 2021 (04:25)
Leistbarkeit von Baugrund in NÖ
Quelle & Karte: OGM

Das Waldviertel ist nach wie vor ein recht günstiges Pflaster. Gerade im Niederösterreich-Vergleich sind Baugründe hier günstig wie kaum anderswo, wie Daten einer OGM-Analyse zeigen. Für Häuslbauer ein wichtiges Argument. Ein Grundstück mit Wiennähe ist für viele unleistbar, wenn der Quadratmeterpreise schon mehrere hundert Euro ausmachen kann.

Corona verstärkte Nachfrage. Mit rund 16 Euro pro Quadratmeter bieten manche Horner Gemeinden dagegen einen Schnäppchenpreis. Brunn gehört beispielsweise zu jenen günstigen Gemeinden. Die leistbaren Bauplätze spielen der Gemeinde laut Bürgermeisterin Elisabeth Allram in die Karten. „Seit Corona merkt man ein verstärktes Interesse an Eigenheimen am Land“, sagt sie. Bauplätze gebe es zur Genüge.

Horn Spitzenreiter im Waldviertel. Am anderen Ende der Waldviertler Preisschere liegt Horn. Die Preise für den Quadratmeter liegen zwischen 80 und 100 Euro. Damit ist Horn Spitzenreiter im Waldviertel, wenn man von der Region um Krems absieht. Durch Corona hätten die Preise laut Bürgermeister Jürgen Maier noch einmal angezogen: „Man merkt die Stadtflucht.“

Das Problem seien aber ohnehin nicht die Preise, sondern die fehlende Verfügbarkeit von Bauland. „In Horn selber gibt es leider nur sehr wenige Angebote“, erklärt Maier. Etwas besser sei die Lage in den umliegenden Orten wie Mödring. Um weitere Erschließungen wird man aber nicht herum kommen. Pläne und Bemühungen sind von Gemeindeseite vorhanden, konkrete Informationen will Maier noch nicht verraten. „Möglichkeiten gibt es. Eine Hürde ist dabei, dass viel ungenutztes Bauland in privater Hand ist und nicht ans Verkaufen gedacht wird. Das Land als Wertanlage ist vielen lieber, als das Geld auf der Bank“, meint Maier.

Die Widmungen der betroffenen Grundstücke liegen allesamt schon Jahre zurück, denn mittlerweile herrscht Bauzwang bei einer Neuwidmung. Das ungenutzte Bauland wieder zu „mobilisieren“ sei schwer bis gar nicht möglich. „Mit diesen zurückgehaltenen Grundstücken hätten wir doch weniger Probleme, der Nachfrage hinterher zu kommen“, sagt der Bürgermeister.

Eggenburg braucht neue Bauplätze. Mit derzeit 38 Euro pro Quadratmeter liegt Eggenburg im Mittelfeld des Bezirkes. Damit ist man noch etwas von der Bezirksstadt entfernt, liegt aber preislich doch eine Spur höher als die umliegenden Gemeinden. „Das hängt zum Teil auch mit der Anbindung an die Franz-Josefs-Bahn zusammen. Die direkte Anbindung an Wien ist nach wie vor ein wichtiger Faktor“, erklärt Bürgermeister Georg Gilli.

Die Nachfrage ist nach wie vor hoch und Grund nur mehr wenig frei. Die Widmung sieben neuer Bauflächen ist deshalb im Gange und erneute Erweiterungen in Planung. „Dafür müssen wir aber erst Gründe kaufen und umwidmen. Das alles dauert seine Zeit“, erklärt Gilli. Ob die 38 Euro noch länger gehalten werden können ist dabei unsicher.

Enorme Nachfrage erlebt auch Sigmundsherberg. „Wir stoßen in Rodingersdorf und Sigmundsherberg bereits an die Grenzen. In den Katastralgemeinden sind dagegen noch mehr Kapazitäten vorhanden“, erzählt Bürgermeister Franz Göd. Die neu erweiterte Christophorus-Siedlung sei ebenfalls schon fast komplett verkauft. „Corona hat uns ländlichen Gemeinden sehr großen Aufwind beim Thema Wohnen gebracht und gezeigt, wie viel ein Haus mit Garten eigentlich Wert sein kann.“

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