Burg Gars-Interimsleiter: „Situation nicht unbekannt!“. Peter Schneyder führt interimistisch bis Mitte September Geschäfte der Burg Gars GmbH.

Von Rupert Kornell. Erstellt am 28. Juni 2018 (06:05)
Rupert Kornell
Vorläufig bis Mitte September wurde Peter Schneyder mit der Führung der Geschäfte der Burg Gars GmbH betraut. Foto: Rupert Kornell

„Ich hoffe, dass ich das leisten kann, was man von mir erwartet“, ist Peter Schneyder, der von den Gesellschaftern, also der Marktgemeinde Gars, beauftragt wurde, vorläufig bis Mitte September interimistisch die Geschäfte der Burg Gars GmbH zu führen, im Exklusiv-Interview mit der Horner NÖN zurückhaltend.

Warum die Wahl auf ihn gefallen ist, erklärt er zum einen damit, dass er aus dem Kulturmanagement kommt, ehe er in die Wirtschaft gewechselt ist („Es ist aber kein Problem, wieder zurückzufinden.“), zum anderen, dass er schon im „Verein zur Förderung der Oper und Burg Gars“ tätig ist, von dessen Obmann Julius Kiennast und natürlich in erster Linie von Bürgermeister Martin Falk und Intendant Johannes Wildner darum gebeten wurde.

„Möchte Erfolg der Oper in Gars fortsetzen!“

„Die Situation in Gars ist mir grundsätzlich bekannt“, erklärt Schneyder, dem die Region an sich nicht fremd ist, denn eine seiner Großmütter kommt aus Stoitzendorf. „Ich habe erst kurz in die bevorstehenden Aufgaben hineinschauen können. Die Dinge, die liegen geblieben sind, muss ich aufarbeiten, Probleme, die auftauchen, lösen. Vor allem geht es mir darum, den tollen Erfolg der Opernproduktionen der letzten Jahre zumindest fortzusetzen.“

Der 63-jährige Wiener, der stolz auf seine Familie mit zwei Kindern und fünf Enkerln ist, hat Musikpädagogik, Kirchenmusik und Gesang studiert und mit 22 Jahren bereits sein erstes Unternehmen gegründet. Zehn Jahre hat er Schallplatten produziert, mitgeholfen, den Arnold Schoenberg-Chor und das Orchester der Wiener Akademie aufzubauen, und er war 15 Jahre beim ORF in der Moderation, der Redaktion und Produktion tätig, ehe er sich ab den 90er-Jahren ganz seinen Unternehmen widmete.

Schneyder: „Diese Freiheit als Unternehmer ermöglicht mir, mich jetzt Gars zu widmen. Das mache ich nicht nebenbei, sondern ordentlich. Ich weiß auch, dass es eine große Herausforderung ist, aber der stelle ich mich.“

„Es hat keinen Sinn, das Pferd im Galopp zu wechseln. Da kann man nur runterfallen.“Peter Schneyder

Was ihn freut ist die Unterstützung, die er von der Gemeinde erhält. „Die ist hervorragend“, betont er. „Und ich habe zur Kenntnis nehmen dürfen, dass es hier einen sehr versierten Mitarbeiterstab gibt, ein tolles Team. Auch das Einverständnis mit dem Intendanten ist gegeben, ich kenne ja Johannes Wildner aus Studientagen.“

Zu den Vorgängen vor seiner Bestellung sagt er nur: „Es gibt keine Krise, das zu betonen ist mir wichtig. Ich habe mich nur gewundert, mit welchen Begründungen man Funktionen aufgibt. Das ist aber keine Wertung, da fehlt mir der Einblick.“

Wie er seine Aufgabe definiert? „Zuerst einmal die Abwicklung der bestehenden Produktionen, der heurigen Saison. Alles bleibt wie geplant. Es hat ja keinen Sinn, im Galopp das Pferd zu wechseln. Da kann man nur runterfallen.“ Danach wird man sich zusammensetzen und sich Gedanken über die Saison 2019 sowie die grundsätzliche strategische Ausrichtung machen. „Mit klaren Weichenstellungen, denn wir wollen aktiv vorgehen!“