Ärzte zu Impfstoff und Co.: „Erfahren das sehr spät“. Wunderer und Eggenbauer aus dem Bezirk Horn sind mit spätem Informationsfluss zu Impfstoff & Co konfrontiert.

Von Karin Widhalm und Karin Pollak. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:48)
Wunderer: „Es wird etwas verkündet und ich kann mich nicht rechtzeitig vorbereiten.“
Archiv

Eine kostenlose Grippeimpfstoff-Aktion steht an, aber erst ab Dezember – im besten Fall. Gerald Wunderer, der in Straning eine Ordination führt, ist schon jetzt mit Anfragen konfrontiert. „Wir müssen jeden Tag erklären, dass der Grippe-Impfstoff noch nicht verfügbar ist und dass unsere Patienten, wenn sie gleich geimpft werden wollen, jenen Impfstoff, den ich selbst angekauft habe, bezahlen müssen“, erklärt er.

80.000 Grippeimpfstoffe werden laut Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer, zur Verfügung gestellt. Diese Dosen müssen aber erst abgezählt, verpackt und gekühlt werden. Die Aktion könne im besten Fall kurz vor Weihnachten starten, in manchen Fällen im Jänner.

Die Idee sei prinzipiell gut, sagt Wunderer. 80.000 Dosen hält er aber für zu wenig. Der Plan ist, dass gefährdete Personenkreise damit versorgt werden. Der Gratis-Impfstoff für Kinder wird eigens verteilt, dieser „ist aktuell noch nicht verfügbar“, wie Wunderer erzählt. „Derzeit ist es so, dass niedergelassene Ärzte großteils Informationen aus den Medien erfahren. Dazu zählt auch der Nasenabstrich“, denkt er an die Corona-Tests für die Hausärzte. Das Material dafür ist aber derzeit nur eingeschränkt vorhanden: „Es wird etwas verkündet und ich kann mich nicht rechtzeitig darauf vorbereiten. Den Coronavirus Antigen-Schnelltest bekomme ich frühestens nächste Woche.“

Kinderarzt Heinz Eggenbauer (Horn) bestätigt: „Wir erfahren das immer sehr spät, aber die Ärztekammer tut, was sie kann.“ Die Nachfrage nach Grippe-Impfstoff sei bei ihm groß: „Viele erkundigen sich.“ Die Kinder können die Gratisimpfung nutzen, sobald sie zwei Jahre alt sind: „Das wird ein Nasenspray sein“, erklärt Eggenbauer. „Das ist unglaublich simpel.“

Die Grippe beginnt zwar „erst Mitte Jänner so richtig, im Februar wird der Höhepunkt sein“, dennoch hält er eine Dezember-Lieferung für „sehr spät“, noch dazu, wo zur Weihnachtszeit viele Feiertage anstehen.