Corona-Tests positiv: Schlachthof Dachsberger gesperrt. Freiwillige Testungen der Mitarbeiter der Firma Dachsberger aus Gauderndorf (Bezirk Horn) waren positiv. Schlachthof bleibt vorübergehend gesperrt. Betroffen sind auch viele Kunden und Mitarbeiter aus dem Bezirk Hollabrunn.

Von Thomas Weikertschläger. Update am 16. Juli 2020 (09:38)

Dabei war das Verhalten der Firma Dachsberger, die neben dem Schlachthof samt Verkauf in Gauderndorf auch ein Geschäft Maissau betreibt, während der Coronakrise vorbildhaft.

Schon Anfang März - also noch vor dem Lockdown - wurden beim Eingang eine Schleuse installiert und getrennte Eingangs- und Ausgangsbereiche eingeführt sowie in den Verkaufsgeschäften Desinfektionsmittelspender aufgestellt. Bei den Mitarbeitern, die natürlich Schutzmasken tragen mussten, wurden regelmäßig Fiebermessungen durchgeführt und auch detaillierte Aufzeichnungen darüber geführt.

Nach den jüngsten positiven Fällen in Schlachthöfen in Oberösterreich habe man sich aber entschlossen, die Mitarbeiter freiwillig über ein Projekt der AGES (Agentur für Ernährungssicherheit) auf Corona testen zu lassen. Diese Entscheidung habe man getroffen, weil dem Betrieb die Sicherheit der Mitarbeiter, aber auch der Bevölkerung ein großes Anliegen gewesen seien.

Dauer der Sperre noch unklar

Der Landessanitätsstab wurde noch am Sonntag informiert, die Testungen wurden dann am Montag durchgeführt. Laut einem Sprecher von Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig gibt es bisher 34 positive Tests. Zunächst war von 24, dann von 29 Fällen die Rede gewesen. "Das war unser Stand, als wir in die Pressekonferenz gegangen sind", betonte der Sprecher. Der erklärte auch, dass sich ein Schlachthof-Mitarbeiter mit Symptomen an die Hotline 1450 gewandt habe, der dann auch positiv getestet wurde. Daraufhin sei eine bereits für das Unternehmen geplante Screening-Maßnahme vorgezogen worden und habe die Infektionen bekannt gemacht.

Der Betrieb werte es als "sinnvoll", dass die Testungen jetzt gemacht wurden, um rasch auf die Situation reagieren zu können und weitere Fälle zu verhindern: "Das war die richtige Entscheidung", heißt es aus dem Betrieb.

Wie lange der Betrieb nun gesperrt bleiben muss, wird sich erst entscheiden. Gemeinsam mit der Bezirkshauptmannschaft werde gerade an der weiteren Vorgehensweise und an Maßnahmen gearbeitet. Eine Übertragung des Virus über Lebensmittel sei übrigens nicht möglich, heißt es aus der Firma Dachsberger.

Keine Covid-19-Fälle in Hollabrunner Schlachthof

Gerüchte, wonach auch ein Schlachthof im Bezirk Hollabrunn von Corona-Fällen betroffen sein soll, kann Bezirkshauptmann Andreas Strobl entkräften: Es sei kein weiterer Schlachthof betroffen, sondern es seien auch einige Mitarbeiter der Firma Dachsberger im Bezirk Hollabrunn wohnhaft, und für Absonderungen sei jeweils die Wohnsitzbehörde zuständig: „Diese Fälle werden derzeit bearbeitet …“