Coronavirus: Schule sagt Projektwochen ab. Gym-Schüler einerseits enttäuscht, andererseits auch froh über die getroffene Entscheidung.

Von Martina Hofer und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 03. März 2020 (12:34)
v.l.n.r.: Gym-Direktor Michael Ableidinger: „Anspannung ist groß.“ NMS-Direktorin Irene Herzog-Genner: „Kinder werden von Eltern gut aufgeklärt.“ Zivilschutz-Obmann Raimund Hager: „Leute nicht verunsichern.“
Kornell, MK

Auch an den Schulen im Bezirk Horn geht das Thema „Coronavirus“ nicht spurlos vorbei. Über die Bildungsdirektion NÖ stehen die Schulen in ständigem Kontakt mit den zuständigen Behörden und dem Bildungsministerium.

Die Schulen werden seitens des Bildungsministeriums laufend über die aktuellen Entwicklungen informiert und darauf vorbereitet, wie „im Fall des Falles“ zu reagieren ist, sagte Susanne Schiller von der Stabsstelle Kommunikation der Bildungsdirektion für NÖ. Die wichtigsten Informationen für den schulischen Bereich sind auch auf einem Link auf der Website des Bildungsministeriums zusammengestellt.

Dort findet sich auch eine Checkliste, nach der seitens der Schulen vorzugehen ist, sollte doch ein Verdachtsfall auftreten. Den Eltern wird bei einem Verdachtsfall empfohlen, unverzüglich Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen. Darüber hinaus wurden alle Schulen über die wichtigen Informations-Links und Hotlines informiert.

„Kinder werden von Eltern gut aufgeklärt“

Obwohl laut Bildungsdirektion derzeit kein Grund bestehe, Schulskikurse oder ähnliche Veranstaltungen abzusagen, hat das Horner Gymnasium geplante Projekt-Wochen in Rom und Deutschland abgesagt, wie Direktor Michael Ableidinger erzählte. Die Schüler seien darüber zwar teilweise enttäuscht, andererseits auch froh, dass ihnen die Entscheidung, ob sie an diesen Projektwochen teilnehmen sollen, jetzt abgenommen wurde. In der Nachbesprechung der Entscheidung habe sich gezeigt, dass viele Schüler ein ungutes Gefühl wegen der Projektwochen gehabt hätten.

Er erhalte derzeit viele Anrufe von besorgen Eltern, sagte Ableidinger. Man merke, dass es hohe Anspannung gebe. Auch in den Klassen würden teilweise irreale Diskussionen über Verschwörungstheorien geführt. „Die Schüler haben ein Gefühl der Ohnmacht. Sie können sich nicht wirklich erklären, was hinter all diesen Nachrichten steckt“, sagte Ableidinger.

Indes betonte Irene Herzog-Genner, Direktorin der NMS Irnfritz, auf die Frage, wie die Schule mit dem neuartigen Coronavirus umgehe, dass „Panikmache nicht sinnvoll“ sei. „Die Kinder werden zuhause von den Eltern gut aufgeklärt, wie man sich in der Erkältungszeit vor Ansteckung schützt“, sagte sie. Regelmäßiges Händewaschen und die Benutzung von Taschentüchern sollte für jedes Kind normal sein. Die Eltern seien instruiert, was im Krankheitsfall zu tun ist und „es gibt auch einen Schularzt, der im Notfall zur Stelle ist“. Dies sei auch das normale Vorgehen in der Grippezeit.

Hager: „Sind weit von Pandemie entfernt“

Keinen Grund zur Panik sieht in der derzeitigen Situation auch Raimund Hager, Bezirksleiter des Zivilschutzverbandes: „Man darf die Leute nicht verunsichern, das Problem aber auch nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Man sei noch weit von einer Pandemie entfernt. Eine Bevorratung sei ohnehin immer – etwa auch im Falle eines Blackouts – zu empfehlen, ein Grund für Hamsterkäufe sei die aktuelle Situation aber nicht.

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