Covid-Einschränkungen: Singen ist nicht erlaubt. Bezirk Horn: Sternsinger dürfen zwar von Haus zu Haus gehen, aber Häuser nicht betreten und nicht singen.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 29. Dezember 2020 (07:24)
Weingartner

Eine Tradition geht neue Wege. Das Sternsingen ist eine der größten Spendenaktionen der Pfarrgemeinden. Heuer fällt der Brauch ausgerechnet in den erneuten Lockdown. Ganz wie früher kann also nicht durch die Straßen gezogen werden. Alternativen gibt es aber einige. Die Umsetzung in den verschiedenen Gemeinden ist dabei unterschiedlich.

„In manchen kleineren Dörfern wie Frauenhofen werden Kinder von Haus zu Haus gehen“, schildert der Horner Stadtpfarrer Albert Groiß. Erlaubt sei es ja prinzipiell, wenn auch mit Einschränkungen. So dürfen die Sternsinger nicht das Haus betreten. Singen ist ebenfalls verboten. Damit bleibt als letzte Option nur mehr das Aufsagen der Gedichte vor der Haustür.

Eine etwas andere Lösung wurde in Mödring gefunden. Hier wird die Sternsingergruppe mit einem Lautsprecher durch den Ort ziehen. Einzelne Häuser werden nicht besucht, doch an mehreren Stationen werden die Gedichte auch auf Distanz gut hörbar vorgetragen. Nur die Begleiter nähern sich den Häusern und sammeln die Spenden.

Verzicht auf Umzüge

Mancherorts wird trotzdem zugunsten der Sicherheit auf einen Umzug verzichtet. Stattdessen werden nur Spendenunterlagen verteilt. Eine Lösung, die laut Groiß einen erheblichen Einfluss auf die Spendeneinnahmen haben wird. „Ein Zahlschein im Postkasten ist halt nicht so motivierend, wie die Lieder und Gedichte der Kinder. Auch wenn Lösungen gefunden wurden, dürften die Spenden heuer wesentlich schwächer ausfallen“, meint Groiß. So wäre ein wichtiger Punkt auch das Sternsingen nach dem Gottesdienst am 6. Jänner gewesen. Da jetzt auch alle Messen wieder abgesagt wurden, fällt natürlich auch das aus.

Abgesagt wurde auch das Sternsingen in Pernegg. „Es wurde überall viel über die Umsetzung nachgedacht. Ich habe mich aber direkt entschieden, es nicht zu machen“, erklärt Pfarrer Sebastian Kreit. „Es ist unklug, jetzt Kinder auf die Straße zu schicken.“ Die Spenden könne man auch anders sammeln. Spendenboxen wurden deshalb aufgestellt und teilweise auch von Kindern bemalt. „So kann jeder, der will seinen Beitrag leisten“, meint Kreit.