Diesel-Pkw wieder im Vormarsch. 43,2 Prozent aller „Neuen“ im Bezirk haben Diesel-Motoren.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 22. Januar 2020 (03:16)
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Klimasünder, Dieselkrise, laufende Gesetzesänderungen – die Zeiten für das liebste Fortbewegungsmittel der Menschen waren schon einmal einfacher. Die Zahlen der Neuzulassungen steigen nach schwierigen Jahren aber weiter. 2019 wurden im Bezirk Horn 1.239 Pkw neuzugelassen (2018: 1.219).

Hannes Kammerhofer.
Archiv

Dabei legt auch der zuletzt in Verruf geratene Dieselmotor wieder zu. 43,2 Prozent der Neuzulassungen haben Dieselantriebe. Die Dieselkrise also überstanden? „Die gibt‘s nur mehr medial“, ist Hannes Kammerhofer vom Horner Renault-Autohaus überzeugt. „Durch den neuen Zusatz ‚adblue‘ fallen zwei Hauptargumente, nicht zum Diesel zu greifen – Feinstaub und Stickstoff – weg. Neue Dieselmotoren sondern um ein Drittel weniger Schadstoffe ab. In den vergangenen Jahren war schon ein Rückgang spürbar. Der Diesel wird wieder kommen.“ Laut Kammerhofer reagieren die Hersteller auch darauf. Dacia habe den Preis für Diesel stark gesenkt, an Benziner angeglichen, auch bei Renault gebe es Bemühungen. Die 95-Gramm-Hürde (95g CO 2 -Ausstoß pro Kilometer ab 2020) wolle der Konzern in jedem Fall einhalten.

„Von unseren verkauften Autos haben mehr als zehn Prozent Elektroantrieb.“

Hannes Kammerhofer betont die Rolle Renaults als Marktführer am E-Auto-Sektor

Mit nur 1,6 Prozent ist der Anteil der Elektro-Autos unter Neuzulassungen im Waldviertel-Vergleich am geringsten (mit 4,6 % ist Waidhofen auch NÖ-Spitzenreiter). Der Trend zum e-Auto sei aber ungebrochen, sagt Kammerhofer: „Renault ist da ja Marktführer. Das läuft bei uns wie jedes andere Auto mit und wird auch gerne gekauft. Von unseren verkauften Autos haben mehr als zehn Prozent Elektroantrieb.“

Von Euphorie ist bei Reinhard Thürr, Spartenleiter im Raiffeisen-Lagerhaus Hollabrunn-Horn, keine Spur. Als Neuwagenhändler hat man sich hier auf die Marken Peugeot, Citroën und Nissan spezialisiert. Was E-Autos betrifft, gebe es zwar viel Nachfrage, jedoch kaum Abschlüsse. Die Dieselkrise habe man indes kaum gespürt, so Thürr, wenngleich mehr Benziner verkauft worden seien.

Die Frage nach der Zufriedenheit mit der Entwicklung am Automarkt beanwortet Thürr kurz und knapp: „Gar nicht!“ Einen Zukunftsmarkt sieht er im SUV-Bereich. Den Anteil des Geschäfts mit Neuwagen gegenüber den Gebrauchtwagen beziffert Thürr mit rund 40 Prozent.

Die Entwicklung am Automarkt sehen die Autohändler insgesamt positiv. „Die ständigen Gesetzesänderungen machen es uns zwar nicht leicht – auch wenn ich sie persönlich für richtig halte“, sagt Kammerhofer: „Wir Autoverkäufer wollen ja auch auf einem gesunden Planeten leben.“

Gebrauchtwagen gebe es immer zu wenig, sagt Kammerhofer. „Da hat sich durch den Privatverkauf über das Internet viel geändert. Am Verhältnis von Gebrauchtwagen-Käufern zu Neuwagen-Käufern hat sich aber nichts verändert. Das sind verschiedene Typen“, meinte er.

Was die Zukunft bringen wird, da gehen die Meinungen der Autohändler in dieselbe Richtung. Neben e-Autos werden vor allem Hybrid-Motoren (besonders in der Plug-in-Variante) mehr werden. Dass diese Antriebe die alleinigen Zukunftsmodelle sind, glaubt Kammerhofer nicht: „Es wird künftig mehrere Motorvarianten nebeneinander geben.“

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