Ehrenamt im Sport: „Alle Höhen und Tiefen miterlebt“

Erstellt am 05. Juli 2022 | 20:07
Lesezeit: 3 Min
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Ob am Fußball-Platz, oder als Moderator beim Triathlon, den der SVU Langau bereits 17 Mal veranstaltet hat: Dietmar Haller ist bei seinem Heimatverein omnipräsent und einer der am längsten dienenden Funktionäre im Bezirk.
Foto: Karl Stöger
Spieler- und Funktionärsmangel führte den SV Straning in eine Spielgemeinschaft mit Burgschleinitz. Vor Herausforderungen stehen aber auch viele andere Vereine.
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„Im Grunde genommen ist es im Amateur-Fußball nicht anders als im Profi-Bereich“, sagt einer, der es wissen muss: Andreas Zinkel, Geschäftsführer beim 2. Liga-Klub Horn war selbst jahrelang Funktionär im Unterhaus. Beim USV Nappersdorf war er als Obmann tätig. „Du musst die Leute bei der Stange halten – und das ist gar nicht so einfach. Machst du ein Fest, brauchst du 30 oder mehr Helfer – und dann können sich einige noch anpöbeln lassen, weil das Essen nicht warm genug ist. Es ist schwer.“

Zinkel spricht an, was im Unterhaus gang und gäbe ist: Oftmals bleiben heute die freiwilligen Helfer aus. Das war zuletzt auch mit ein Grund, warum es den SV Straning nicht mehr als alleinigen Verein gibt. Einerseits setzte Spielermangel dem Verein zu, andererseits auch an Menschen, die beim Verein mitarbeiten wollten. Vor allem die Corona-Pandemie habe viel zur schlechten Entwicklung beigetragen.

„Viele haben in dieser Zeit das Interesse am Fußball verloren, haben etwas anderes ausprobiert“, sagte Ralph Hausgnost, seit 2007 Sektionsleiter. „Es ist wichtig, dass der Spaß zurückkommt.“ Nachdem der Verein nun mit dem USC Burgschleinitz in einer Spielgemeinschaft weitermachen wird, zieht sich auch Hausgnost aus dem Fußball-Geschäft zurück. „Ich hab‘ den Job 15 Jahre lang gemacht, alle Höhen und Tiefen miterlebt. Ich habe ein kleines Kind, bin beruflich ausgelastet und beginne mit dem Hausbau. Da geht es sich nicht mehr aus, dass ich vom Anfang bis zum Ende am Sportplatz stehe.“

Doppel-Belastung als Spieler und Funktionär

Seit „gefühlten Ewigkeiten“ ist Bernd Mrlik im Fußball-Geschäft dabei – seit Kurzem übrigens auch beim Garser Tennisklub. Bei den Kickern hatte er schon viele Funktionen inne: Obmann-Stellvertreter, Trainer, aktuell ist er Sportlicher Leiter und hat aufgrund der laufenden Transferzeit jede Menge Stress um die Ohren. „Wenn man es nicht gerne macht, macht man es nicht so lange.“

Funktionäre zu finden, werde dabei immer schwieriger. „Es ist ja nicht nur so, dass man Funktionäre hat. Leute, die dann auch tatsächlich anpacken, sind echt schwer zu finden.“

Seit bald 50 Jahren ist Dietmar Haller (60) beim SVU Langau engagiert: Spieler, Multi-Funktionär. Vor Kurzem feierte er sein 25-Jahr-Jubiläum als Obmann. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft“, sagte Haller im NÖN-Gespräch. Oft wird sein Team in Zusammenhang mit einer möglichen Fusionierung mit den Nachbarsvereinen Drosendorf oder Geras gebracht, um Kräfte zu bündeln. „Wir haben ein Problem Freiwillige zu finden, weshalb viele junge Spieler im Vorstand arbeiten müssen. Ich möchte sie etwas entlasten, sodass sie sich auf ihre Hauptaufgabe auf dem Platz konzentrieren können“, sagt etwa Thomas Kauer, Sportlicher Leiter beim UFC Drosendorf.

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