Elektro-Autos: Nachfrage ist da, der Mangel auch

Im August wurden in NÖ zum ersten Mal mehr E-Autos als Diesel-Autos zugelassen, auch im Bezirk Horn gibt es hohe Zulassungszahlen.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 05:25
Bezirk Horn - Elektro-Autos: Nachfrage ist da, der Mangel auch
Foto: Grafik Hammerl

Das Thema Elektro-Auto ist immer noch ein äußerst strittiges. Manche begrüßen den schrittweisen Vorstoß zum alternativen Antrieb, andere sehen in der aufwendigeren Herstellung neue Probleme für die Umwelt. Fakt ist aber, dass Elektro-Autos einen Aufwärtstrend erleben. Im August wurden zum ersten Mal in NÖ mehr E-Autos als Diesel-Autos zugelassen. Wie gehen die heimischen Autohäuser mit der erhöhten Nachfrage um, woher kommt sie und wie schaut es in diesen Zeiten überhaupt mit der Verfügbarkeit aus?

„Wir haben enorm hohe Zulassungszahlen“, berichtet Stephan Mayr, Geschäftsführer des Autohauses Waldviertel. Der Grund dafür sei simpel: „Jede Menge Fahrzeuge wurden in den vergangenen Monaten ausgeliefert, die im Vorjahr bestellt wurden und in die AWS-Investitionsprämie hineinfielen.“ Hauptsächlich Unternehmen hätten sich die Förderung gesichert und in E-Autos investiert. Mittlerweile sei das Kaufinteresse aber wieder abgeflacht, der Preis sei weiter eines der größten Kriterien bei der Entscheidung. Privatkunden, die zum E-Auto greifen, sehe man deshalb nur recht selten. „Ohne Förderung sind Elektro-Autos für Privatpersonen nur schwer erschwinglich“, meint Mayr.

Gebrauchte E-Autos: Markt klein, aber fein

Der noch recht kleine, aber doch vorhandene Gebrauchtwagenmarkt sei hier eine Alternative. „Ein neuer e-Golf kostete 40.000 Euro. Gebraucht ist er jetzt mit nur wenigen Kilometern schon für 20.000 zu haben.“ Die Lieferengpässe des vergangenen Jahres würden sich aber sogar hier bemerkbar machen. „Tendenziell sind Elektro-Autos aber schneller verfügbar als Benziner“, betont der Autohaus-Geschäftsführer.

Große Wichtigkeit auf Privatkunden legt seit Jahren die Marke Renault. Sie gehört zu den führenden Anbietern von Elektroautos. „Wir sind seit elf Jahren dabei und eigentlich Pioniere auf dem Gebiet“, meint Renault Kammerhofer-Geschäftsführer Hannes Kammerhofer. Auf einem Markt, der aktuell firmenlastig ist, will sein Autohaus auch verstärkt private Käufer ansprechen. Das Schlüsselwort dabei sei „Leistbarkeit“. Ohne Förderung sei das eigene E-Auto für die meisten nach wie vor schwer finanzierbar. Mit einem neuen Dacia-Modell für 14.000 Euro will man noch weiter in diese Richtung vorstoßen.

Auch Roland Dallamassl vom gleichnamigen Autohaus bestätigt, dass der Preis von Elektro-Autos bei den meisten Privatkunden das größte Abschreckpotenzial bietet. Trotzdem seien die Verkaufszahlen so hoch wie nie, dank Firmenkunden. „Wir sind aktuell in einer Sondersituation. Das Interesse ist gewaltig, aber wir können aufgrund der Engpässe nicht liefern“, berichtet Dallamassl. Vorbestellungen für nächstes Jahr seien allerdings auch schon wieder zahlreich.

Das Autohaus Lehr konnte heuer ebenfalls recht viele E-Autos ausliefern. Geschäftsführer Manfred Lehr macht die hohen Zulassungszahlen aber auch an den vielen Verkäufen im Vorjahr aufgrund der Förderungen fest. „Es läuft natürlich weiter, aber nicht mehr so intensiv, wie mit der AWS-Investitionsprämie“, berichtet er.

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