Erdäpfel: Zu groß für den Handel?. Heuer gibt es größere Erdäpfel als zuletzt – sie sind nicht für den Handel geeignet.

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 13. Oktober 2020 (15:01)
Zu große Erdäpfel in Händen? Wegen ihrer Größe werden viele der heuer geernteten Erdäpfel nicht im Handel landen. 
Land schafft Leben

Herbert Hofer, Obmann der Bezirksbauernkammer Horn.
Kalchhauser

Die Erdäpfelernte bereitet den Landwirten wie jedes Jahr Kopfzerbrechen. Letztes Jahr wurde noch über zu kleine Erdäpfel geklagt, heuer scheint die Situation komplett umgedreht: Anscheinend wurden begünstigt vom Wetter viel mehr übergroße Erdäpfel geerntet. Manche würden vielleicht meinen, je größer desto besser, doch die Normierung im Verkauf stellt die Landwirte vor große Probleme.

„Handelsketten und Einkäufer haben bestimmte Normen eingeführt. Speisekartoffeln dürfen nur eine Größe von 35 - 65 Millimeter haben“, erklärt Bezirksbauernkammerobmann Herbert Hofer. Alles was größer und kleiner ist, muss also anderweitig verwendet werden, wie bei der Stärkeproduktion oder in der Speiseindustrie zur Herstellung von Pommes frites. Den Bauern schmecken diese Kriterien gar nicht, denn das Wachstum der Erdäpfel liegt zum großen Teil nicht in ihren Händen. „Es werden hier industrielle Standards für Waren angelegt, die nicht am Schreibtisch, sondern auf dem Feld entstehen. 50 Prozent des Wachstums bestimmt das Wetter – da haben wir keinen Einfluss“, betont Hofer.

Alexander Kiennast vom Handelshaus Kiennast.
Eduard Reininger

Alexander Kiennast vom gleichnamigen Handelshaus sieht die Lage nicht ganz so ernst: „Auch wenn die Erdäpfel mal größer werden, versuchen wir, sie ganz normal in unser Sortiment aufzunehmen. Es gibt ja auch noch andere Verwertungsmöglichkeiten.“ Laut Kiennast habe es bis jetzt keine Probleme mit Übergrößen gegeben, doch er kann sich vorstellen, dass produzierende Betriebe ein Problem mit diesen haben könnten.