Gastro muss zittern. Gastronomen im Bezirk Horn fürchten nur ersten Schritt zu noch strengeren Regelungen.

Von Sebastian Dangl und Eduard Reininger. Erstellt am 15. September 2021 (04:42)
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Patrik Beck, Gesellschafter der 8er Bar, findet die Situation zum Haare raufen.
Eduard Reininger

Für die Gastronomie sind die ersten Stufen der neuen Regelungen noch recht locker zu betrachten, mit Ausnahme der Nachtgastronomie. So sollen hier ab Stufe zwei nur mehr Geimpfte und Genesene Zutritt bekommen. Das sorgt natürlich für Diskussionspotenzial.

„Von den angekündigten Verschärfungen halte ich wenig, denn es nützt nichts, wenn die Regelungen immer wieder geändert werden und sich keiner mehr auskennt oder zu müde ist, um sich daran zu halten“, meint Patrik Beck, Gesellschafter der Horner Achterbar. Umsetzen würde man natürlich alle Vorgaben im Rahmen der Möglichkeiten. Ob die Bestimmungen wirklich sinnvoll sind, müsse sich für ihn dann erst zeigen.

„Dieses Mal wissen wir überhaupt nicht, was auf uns zukommt.“ Wirt Gerhard Schäller zu den verschärften Maßnahmen

„Kontrollen wer geimpft oder genesen ist, sind für uns im Lokal ein erheblicher Mehraufwand und nur schwer zu vollziehen. Verordnung hin oder her, Gruppen vom gesellschaftlichen Leben auszuschließen, ist der falsche Weg. Irgendwie müssen wir mit dem Virus leben lernen“, betont Beck.

Während die Nachtgastronomie also schon jetzt zittern muss, ist die „normale“ Gastronomie nur indirekt vom Stufenplan betroffen. Die Reise in einen ungewissen Herbst und Winter bereitet trotzdem Unbehagen. „Diese Mal wissen wir überhaupt nicht, was auf uns zukommt“, erzählt der Japonser Wirt Gerhard Schäller.

Die dritte Stufe des Stufenplans könnte tatsächlich schnell erreicht sein. „Man sieht ja, wie die Zahlen gerade wieder in die Höhe rasen“, meint er. So sieht Schäller das Potenzial, dass auch bei ihm bald nur mehr Geimpfte und Genesene das Lokal betreten dürfen. „Dadurch würde am Abend sicher noch weniger los sein. Gerade die Einheimischen gehen jetzt schon nur mehr sehr wenig fort.“

Auch um bereits geplante Geburtstags- und Weihnachtsfeiern müsse er jetzt bangen: „Manche werden jetzt sicher absagen. Das wird wieder ein harter Winter.“

Zu jeglichen Maßnahmen bereit

Für Bettina Stift von der „Kramerey“ in Eggenburg bringt der Stufenplan bislang keinerlei Veränderungen. „3G kontrollieren wir sowieso. Falls zukünftig wieder strengere Maßnahmen kommen, sind wir zudem gut aufgestellt“, meint sie. „Ob irgendwann wieder Masken und Personenbeschränkungen kommen wird man sehen. Persönlich denke ich aber schon, dass es heuer noch strengere Regelungen geben wird“, sagt Stift.

Mit einem komplett durchgeimpften Personal sei man bereit für alle Eventualitäten. Noch dazu würde man regelmäßig Testen, um auch wirklich sicher zu gehen. Bei der Testung der Gäste wird die Situation allerdings bald nicht mehr so einfach, sagt Stift. Der Stufenplan rücke den Fokus deutlich in Richtung PCR- Tests. Antigen-Tests verlieren dagegen an Wert.

„Wir machen unsere Gäste jetzt darauf aufmerksam, dass die Wohnzimmertests nicht mehr gerne gesehen sind. Ein paar, die damit nicht zurechtkommen, gibt es immer, aber da müssen wir alle durch“, meint Bettina Stift. Nur so komme man relativ sicher durch den Herbst. „Wenn wir alle zusammenhalten und die Regelungen befolgen, dann wird das kommende Jahr besser für uns alle“, sagt Bettina Stift.

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