Glasfaser: Bau wird forciert. Leerverrohrungen, aber auch Glasfaser-Anschlüsse werden verlegt.

Von Karin Widhalm und Maximilian Köpf. Erstellt am 19. August 2020 (02:22)
Bürgermeister Georg Gilli (Eggenburg) bei der Baustelle in der Pulkauer Straße.
Petra Hauk

Der Bund hat in den letzten Jahren die Digitalisierung gefördert, Glasfaser gilt hierbei als vielversprechende Technik. Zu den letzten Gemeinden im Bezirk, die auf diesen Zug aufgesprungen sind, zählt Eggenburg. Etwas mehr als eine Million Euro an Bundesgeldern flossen dort im vergangenen Jahr in den Breitbandausbau.

Damit werden die ersten 200 Haushalte und Betriebe in der Krahuletzstadt ans Glasfasernetz angeschlossen. „Die ersten Anschlüsse sind schon seit längerer Zeit fertiggestellt, auch die meisten Straßenzüge schon“, schildert Bürgermeister Georg Gilli den Status quo. „Angeschlossen sind auch schon die neuen Reihenhäuser in der Schönauerstraße. Genutzt wird es aber natürlich noch nicht, weil dort ja noch keiner wohnt.“

„Glasfaser ist eines der entscheidenden Kriterien für einen Standort.“ Bürgermeister Jürgen Maier über die Bedeutung eines schnellen Internets

Wie und wo weitere Schritte gesetzt werden, ist noch nicht sicher. „Wir müssen die Verlegung der Leerverrohrung ja auch mit den Baustellen im Gemeindegebiet abstimmen“, so Gilli. „Aber wir arbeiten da mit Kabelplus schon seit einigen Jahren sehr gut zusammen.“ Das Ziel sei, in den nächsten drei Jahren auf dem kompletten Gemeindegebiet Glasfaseranschlüsse bieten zu können. Das geschieht aber stückweise. Nächste Puzzleteil wird Glaubendorf, wo im Zuge der Kanalverlegung die Leerverrohrung mitverlegt wird.

„Wir haben viele Betriebe und Unternehmer, die mit großen Datenmengen arbeiten und dementsprechend eine gute Internetverbindung brauchen“, sagt Gilli, betont aber auch, dass die Frage der Machbarkeit auch immer daran geknüpft ist, wie viele Leute sich ans Netz anschließen: „Da besonders ältere Leute das Internet eher weniger nutzen, dementsprechend auch kein Breitband brauchen.“

Im Homeoffice vom Tempo profitiert

Die ersten Rückmeldungen seien aber sehr positiv gewesen. Gilli: „Gerade während Corona haben viele Leute im Homeoffice von der höheren Geschwindigkeit profitiert.“

Wie langwierig Arbeiten im Homeoffice werden können, wenn die Internetverbindung zu langsam ist, das bekam der Weitersfelder Bürgermeister Reinhard Nowak zu spüren. Er musste (wie berichtet) von seinem Wohnort in Oberhöflein ins Gemeindeamt wechseln. Er wolle beim Glasfaserausbau auf Gaspedal drücken.

Drei Monate später ist tatsächlich Bewegung in die Sache gekommen, wenn auch die Mühlen dennoch langsam mahlen werden. „Es hängt alles davon ab, ob der Bund die Breitbandmilliarde weiterhin ausschüttet. Wenn sie verlängert wird, dann haben wir gute Chancen, dabei zu sein“, berichtet Nowak von Besuchen im Landhaus und bei der nöGIG. „Klarheit soll es im Herbst geben. Wir könnten dann in zwei, drei Jahren angeschlossen sein.“

Viel schneller als in dem Zeitrahmen wird es nicht gehen. Das zeigen auch andere Möglichkeiten, die sich bieten – etwa über die EVN-Tochter KabelPlus. „Vielleicht wissen wir Ende des Jahres mehr, können uns 2021 schon um die Finanzierung kümmern und 2022 in die Umsetzung gehen“, hofft Nowak, der sich auch Vorteile von der bereits verlegten Leerverrohrung in einem Großteil der Gemeinde verspricht. „Drei Katastralen sind bereits komplett, Weitersfeld auch zum Teil. In Sallapulkau und Nonnersdorf verlegen wir nächstes Jahr.“

Eine andere Variante, die sich ergeben hat, wäre, sich dem Projekt in Geras anzuschließen. „Aber das wäre nur in Oberhöflein möglich“, sagt Nowak. „Und es soll ja dann auch nicht sein, dass nur im Ortsteil, wo der Bürgermeister wohnt, Glasfaser verlegt wird.“

Während in Weitersfeld das letzte Wort noch gesprochen ist, setzt Langau definitiv auf Kooperation – nämlich in Form eines bezirksübergreifenden Anschlussprojektes der nöGIG mit Riegersburg und Hessendorf. Die Gesellschaft erarbeitet derzeit ein Konzept, wie man dies in den einzelnen Ortschaften umsetzen kann. Die Planungsphase wird voraussichtlich im September oder Oktober abgeschlossen sein. Umgesetzt wird aber erst, wenn sich mehr als 40 Prozent der Bevölkerung dafür aussprechen.

Die Bezirksstadt ist eine Kabelplus-Partnerschaft eingegangen. „Wir haben in den letzten Jahren relativ viele Baustellen gehabt. 1.200 Haushalte habe schon die Möglichkeit, sich anzuschließen“, berichtet Bürgermeister Jürgen Maier. Man arbeite sich nun sukzessive in den Katastralgemeinden vor. Glasfaser direkt ins Haus ist so möglich. „Glasfaser ist eines der entscheidenden Kriterien für einen Standort“, betont er. „An Glasfaser wird kein Weg vorbeiführen und die Erhaltung der Straßen haben wir so oder so.“

In fast allen Gemeinden werde etwa bei Kanalverlegungen gleich Leerverrohrungen für Glasfaser mitverlegt, „zwei Fliegen mit einer Klappe“.Wird im ganzen Bezirk ein Glasfaser-Netz entstehen können? „Dem einen kann es nicht schnell genug gehen und die Mittel sind begrenzt verfügbar, aber ich bin zuversichtlich, dass man Stück für Stück vorankommt.“

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