Kein Hadern mit Jugendgesetz. Die strengeren Bestimmungen werden begrüßt, zum Teil schon umgesetzt und mit wachem Auge auf Einhaltung überprüft.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 03. Januar 2019 (05:08)
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Symbolbild

Nur Volljährige dürfen gebrannten Alkohol wie Wodka, Whisky oder Schnaps trinken und sich Glimmstängel anzünden: Das neue Jugendgesetz will die junge Generation vor gesundheitlichen Folgen schützen und gilt erstmals nicht nur in Niederösterreich, sondern im ganzen Bundesgebiet. Die Bestimmungen sind großteils strenger.

Dies begrüßt Peter Hofbauer, Direktor der HAK und HLW Horn, wobei die neuen Bestimmungen zum Teil schon gelebter Alltag ist. Das Rauchen ist seit September am Gelände aller Bundesschulen gänzlich verboten. „Das gilt auch für die 18- und 19-Jährigen.“ Dass die Richtung sowieso umschlägt, lässt eines erkennen: „In der HAK und HLW gibt es nur einen Lehrer, der raucht. Das hat sich total geändert.“

„Achterbar“ achtet auf das Alter der Gäste

Patrik Beck will diesen Geist der Zeit aufgreifen: Seine „Achterbar“ hat einen Raucherbereich – noch. „Wir werden uns in Zukunft anpassen. Wir haben einen Garten, wo unsere Gäste draußen rauchen können“, wird im Lokal kein blauer Dunst mehr eingeatmet werden können. Das schützt Passivraucher jeglichen Alters. Was den Alkohol betrifft, wird sehr auf die Einhaltung des neuen Gesetzes geachtet.

Sieht ein Gast jung aus, wird nach seinem Alter gefragt und ein Ausweis verlangt. „Wir schauen wirklich drauf“, betont Beck. Vorteilhaft ist: „70 Prozent sind Stammgäste, die wir kennen. Leute von außerhalb kommen sehr selten zu uns“, erleichtert das die Arbeit. Probleme mit Jugendlichen und ausschweifendem Alkoholkonsum habe es in der „Achterbar“ noch nie gegeben. Beck könne sich nur an äußerst betrunkene über 30-Jährige erinnern, deren Schlägerei Securitys auflösen mussten. Ansonsten „haben wir die Gäste im Griff“.

Alkoholmissbrauchsfälle sind auch Hofbauer an der HAK und HLW noch nie untergekommen. „Was am Wochenende passiert, das kriegen wir nicht mit.“ Das Gesetz hält er daher für keinen Nachteil. Nicht vergessen werden darf, dass HLW-Schüler im Unterricht mit Wein, aber auch Spirituosen zu tun haben. Lassen sie sich zum Jungsommelier ausbilden, wird der Wein bei der Verkostung ausgespuckt. Dasselbe Prinzip gilt, wenn alkoholische Cocktails gemixt werden.

„Ich will nicht ausschließen, dass auch mal ein Schluck probiert wird“, ergänzt der Direktor. „Aber sie trinken Alkohol nicht in großen Mengen.“ Die Ausbildung bringe es zudem mit sich, dass die Qualität der Getränke geschätzt werde.

Polizei plant Schwerpunktaktionen

Die Polizei in Horn wird nicht nur im regulären Streifendienst auf die Einhaltung des Gesetzes achten, erklärt Bezirkspolizeikommandantin Birgit Geitzenauer. Schwerpunktaktionen sind auf jeden Fall geplant.

Und: „Worauf wir sehr achten, ist, mit den Betreibern in Kontakt zu treten.“ Bars, Pubs, aber auch Veranstalter von Partys und Festen sind betroffen. „Wir werden zuerst überprüfen, wie sehr sie über das Gesetz Bescheid wissen“, wird auch Aufklärungsarbeit geleistet.

Relevant sei für die Exekutive zudem der Paragraf 25: Alkohol, der entgegen des Verbotes erworben, besessen oder konsumiert wird, kann für verfallen erklärt werden. Die Spirituosen werden den unter 18-Jährigen abgenommen und vernichtet. „Das ist für uns natürlich ein Thema“, betont Geitzenauer. Dasselbe gilt übrigens für Drogen und Medien oder Datenträger, die zum Beispiel gewaltverherrlichendes oder diskriminierendes Material wiedergeben.

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