Meinungen zum Lockdown: „Alle Warnungen ignoriert“

Der Worst Case des Lockdowns ist eingetreten. Die Politik im Bezirk Horn ist sich großteils einig, dass es ohne Verschärfung nicht weitergehen kann. Kritik an der ÖVP gibt es aber.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:43
Lockdown
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Die Themen Lockdown und Impfen polarisieren gerade mehr denn je. Zumindest in einem Punkt ist sich die Politik im Bezirk aber einig: so kann es nicht weitergehen.

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Josef Wiesinger (SPÖ) sieht die offenen Schulen als Fehler an.
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„Es geht nicht mehr ohne Lockdown. Die Zahlen sprechen dafür“, meint SPÖ-Bezirksvorsitzender Josef Wiesinger. Dass die Schulen geöffnet bleiben sieht er jedoch als großen Fehler an. „Die Kinder haben wieder kreuz und quer Kontakte. Langfristig werden wir die Zahlen so nicht runterbekommen“, betont er. Auch Betreuungsangebote seien nicht zielführend, da sie ebenfalls wieder zu Kontakten führen würden. „Man müsste die Kinder zu Hause lassen und eine Lösung für Eltern finden, damit sie die Kinder selbst betreuen können.“

Härtere Maßnahmen hätten für ihn schon viel früher kommen müssen. „Im Sommer wurde so ein Szenario bereits prophezeit, aber damals haben alle nur gelacht. Die Fachleute werden nicht ernst genommen und das ist das riesengroße Problem“, schildert Wiesinger.

Die angekündigte Impfpflicht aber Februar sieht er dabei als notwendiges Übel an: „Es wird nicht anders machbar sein. Wenn wir keine hohe Impfrate zusammenbringen, haben wir das selbe Spiel nächstes und übernächstes Jahr wieder.“

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Walter Kogler-Strommer (Grüne) kritisiert die ÖVP.
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Deutlich zu spät kommen die Maßnahmen auch für Grünen Bezirkssprecher Walter Kogler-Strommer: „Wir haben schon lange schärfere Maßnahmen gefordert. Die Misere liegt meiner Meinung nach klar bei der ÖVP bis hin zurück zum Herrn Kurz, der alle Warnungen ignoriert hat.“

Trotzdem befürwortet Kogler-Strommer den Lockdown. „Ich bin selber geimpft, aber es geht nicht mehr anders. Auch als Geimpfter muss man jetzt solidarisch sein. Es geht schließlich um das Wohl aller.“ Auch die Impfpflicht sei mittlerweile fast schon unausweichlich. „Man muss nur an die Pocken oder Kinderlähmung zurückdenken. Das Ausrotten der Krankheit ist vielleicht anders nicht möglich. Wenn es freiwillig nicht geht, dann muss es eben so sein.“

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Für Klemens Kofler (FPÖ) hat die Regierung viel zu spät auf die hohen Infektionszahlen reagiert.
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Skeptischer ist FPÖ-Bezirkschef Klemens Kofler: „Der Lockdown ist schon die härteste Maßnahme, die man sich vorstellen kann. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich notwendig ist.“ Selbst wenn, gehöre die Bevölkerung laut ihm aber besser aufgeklärt. Auch er unterstreicht, dass die Regierung viel zu spät reagiert hätte.

Von ÖVP-Bezirkschef Jürgen Maier konnte vor Redaktionsschluss kein Kommentar mehr eingeholt werden.