Mit alten „Taferln“ unterwegs. Im Bezirk Horn gibt es noch 1.737 „schwarze Nummerntaferl“. Oldtimer-Besitzer erzählen.

Von Marcel Schallar, Eduard Reininger, Anton Mück und Thomas Weikertschläger. Erstellt am 07. August 2019 (04:35)

Sie sind die Oldies unter den Fahrzeug-Kennzeichen: die alten schwarzen „Taferln“. 1.737 davon gibt es noch im Bezirk Horn. Die Nummern endeten vor dem Punkt jeweils auf 8, 38 oder 68.

Ein richtiger Fan der schwarzen „N“-Nummerntafel ist Franz Budin. „Diese Tafeln will ich nicht mehr hergeben“, sagte er zur NÖN. Seine Autos selbst stehen für ihn zwar im Vordergrund, aber das Kennzeichen sei ein fast genauso wichtiger Grund und mittlerweile ein Erkennungsfaktor bei seinen Freunden und Bekannten. Sie sei auch ein Beweis dafür, dass er seine gut gepflegten Autos schon seit mehr als drei Jahrzehnte lenkt. „Nostalgie schwingt nicht nur bei vielen Autos, sondern auch bei den alten schwarzen Kennzeichen mit. Waren sie doch etwas ,typisch Österreichisches‘“, erklärte Budin.

„Nostalgie schwingt nicht nur bei vielen Autos, sondern auch bei den alten schwarzen Kennzeichen mit."Franz Budin

Auf sein Wechselkennzeichen sind gleich drei Oldtimer – ein Ford Escort Baujahr 1982, ein Jeep Baujahr 1943 und ein Standart (ehemaliger Dienstwagen der englischen Botschaft) Baujahr 1937 – zugelassen. Daneben ist Budin aber auch Besitzer eines Ford Fusion Baujahr 2005 mit weißem Kennzeichen. Damit war Budin aber bisher nur 14.000 Kilometer unterwegs.

„Er wurde nur einmal nass, als wir in Mariazell waren und es zu regnen begann.“ Denn am liebsten fährt Budin mit seinen Oldtimern im Alltag. Die Fahrzeuge sind toll in Schuss und haben alle gültige Pickerl. „Um die schwarzen Tafeln lange behalten zu können, muss man doppelt aufpassen“, erklärte Budin, der weiter weiß: „Nicht nur bei Kfz-Neuanmeldungen oder Ummeldungen auf Wechselkennzeichen geht die schwarze Nummerntafel verloren, sondern auch wenn das Kennzeichen unleserlich wird.“

Ebenfalls noch mit „schwarzer Nummer“ unterwegs ist Hans Hohenegger, Obmann des ÖAMTC-Zweigvereins Horn. Er hat sich 1987, also kurz bevor die weißen Kennzeichentafeln eingeführt wurden, einen VW Käfer gekauft. „Ich fahre damit noch, vor allem in den Sommermonaten. Die Taferl liegen zwar momentan bei der Versicherung, weil das Auto stillgelegt ist, allerdings kann ich diese jederzeit wieder abholen und fahren“, erzählt er.

Eduard Reininger
Auf ihren Unimog 416 wollen Dominik Rotter, Daniel Krapfenbauer, Melanie Schreiner und Anton Schöberl von der FF Gars am Kamp nicht verzichten.

Emmerich Grath, Obmann beim ARBÖ Eggenburg, besitzt einen Morris Minor aus dem Jahre 1956 mit schwarzer Tafel, angemeldet ist er seit 1974. Er wird noch regelmäßig gefahren, allerdings nicht im Alltag, sondern als Hobbyfahrzeug. „Es ist leider sehr aufwendig, ein solches Auto zu pflegen, da die Autobatterie und viele Flüssigkeiten häufig überprüft und nachgefüllt werden müssen“, sagt Grath. Zum Glück gebe es aber genug Ersatzteilhändler für den Morris Minor, da dieser als englisches Äquivalent des VW Käfers gilt und somit für viele Sammler ein interessantes Fahrzeug ist.

Ebenso noch auf Fahrzeuge mit schwarzen Taferln setzt die Feuerwehr Gars. Auf ihren unverwüstlichen Unimog 416 will die Aktivmannschaft trotz seines Alters nicht verzichten. Gerade bei schweren Bergungen in unwegsamem Gelände schätzen die Garser Florianis dieses Rüstfahrzeug, das seit dem Jahre 1978 seinen Dienst in der Garser Wehr verrichtet.

Ein Tanklöschfahrzeug Mercedes 1113 ist bei der FF Gars seit dem Jahre 1968 im Einsatz. Kurzzeitig war dieses Gefährt nach Tautendorf verliehen. Immer noch versieht es zur Zufriedenheit der Wehr seinen Dienst. Obmann Anton Mück ist stolz auf den generalrestaurierten Büffel, der im Feuerwehrmuseum Gars auch noch als Zugfahrzeug für andere Geräte dient.