Museen vermitteln eine Fülle an Wissen. Vielfältig ist Horner Sammlung, wie die Veranstaltung offenbart. Das wäre ohne Engagement vor Ort dahin.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 15. Mai 2019 (04:30)
Karin Widhalm

Wer durch die laufende Schallaburg-Ausstellung „Der Hände Werk“ schlendert, kommt schnell drauf: Nicht nur Landesmuseen steuern wertvolle Inhalte bei. Exponate aus dem Krahuletz-Museum sind zum Beispiel vertreten – und genau das ist ein gutes Beispiel dafür, dass ohne des musealen Engagements in der Region das nicht möglich wäre.

Johann Krahuletz überlegte kurz vor der Jahrhundertwende, seine Sammlung zu verkaufen. Das widerstrebte Eggenburger Bürgern, die 1900 die Krahuletz-Gesellschaft ins Leben riefen. Diese eröffnete 1902 das Museum. Die Stadtgemeinde entschloss sich indes, dem Pionier in der Archäologie und Geologie eine Leibrente zu gewähren. Ohne dem könnte man Krahuletz‘ Funde wie den Schädelknochen eines Krokodils (Gavialosuchus eggenburgensis) nicht in Eggenburg sehen. Noch heute suchen Wissenschaftler die Sammlung auf, um den Schädel mit einem anderen Fund zu vergleichen.

Wissen bewahren und weitergeben

Das zeige die Bedeutung des Museums. „Wir haben einige Erststücke und Unikate hier“, erklärt Gerhard Dafert, Obmann der Krahuletz-Gesellschaft. Das Museum habe die Aufgabe, Wissen zu bewahren und weiterzugeben. „Und das ist wiederum eine Herausforderung: Wie kann man das zeitgemäß vermitteln?“, führt er aus. „Wobei wir das Ziel bei Sonderausstellungen haben, möglichst zeitlos zu sein, damit nicht die Jahresringe gleich erkennbar sind.“

Kooperation unter Horner Museen

Das Sammeln, Dokumentieren einzelner Objekte, Aufbewahren in optimalen Verhältnissen und Organisieren von Ausstellungen oder Veranstaltungen: Arbeit steckt dahinter, zurückgeschreckt wird davor nicht. Die Museenlandschaft im Bezirk ist vielfältig, wenn man eine Kooperation unter Horner Museen genau betrachtet. Schon alleine die Sonderausstellungen drehen sich um den Fall des Eisernen Vorhanges (Museum Horn), die Fleischhauer-Zunft (Zeitbrücke-Museum Gars), das Notgeld in der Ersten Republik (Krahuletz-Museum), Kinderwägen und Wiegen (Nostalgiewelt Eggenburg) und die Kamptalbahn (Eisenbahnmuseum Grafenberg).

Die Fünf treten mit dem Steinmetzhaus Zogelsdorf beim Museumsfrühling NÖ (18. & 19. Mai) geschlossen auf: mit einem gemeinsamen Folder und Mitfahrgemeinschaften. Man will damit ein breites Publikum ansprechen, erklärt Kulturgemeinderat Martin Seidl (Horn).

Man beabsichtige, ihnen nicht nur ein Museum nahezulegen. Man wolle kein Kirchturm-Denken, sondern sich gemeinsam stärken, ergänzt Dafert. „Für uns hat sich mit dem Museumsfrühling NÖ gezeigt, dass die Museen im Bezirk zusammenarbeiten wollen“, fügt Leiter Anton Mück hinzu. Die Veranstaltung zählt für ihn zu den Höhepunkten im Museum Horn. Das Ziehen an einem Strang soll 2020 ausgeweitet werden. Kraftfahrzeugmuseum und Ordensmuseum seien interessiert, sich der Kooperation anzuschließen.

„Die Erfolgsgeschichte des NÖ Museumsfrühlings kann man schon daran erkennen, dass sich die Leute schon auf den Termin einstellen“, sagt Seidl. Die Veranstaltung findet seit 2016 statt.

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