Musikschulen: „So sicher wie kein anderer Betrieb“. Direktoren übers Sicherheitskonzept und Corona-Tests für Schüler nach dem Lockdown.

Von Karin Widhalm. Erstellt am 14. April 2021 (05:38)
Schuh (links): „So sicher wie eine Musikschule ist kein anderer Betrieb, traue ich mir sagen.“ Binder (rechts): „Wir haben seit Februar Selbsttests an der Schule.“
NOEN, Archiv

Eine baldige Öffnung der Musikschulen ersehnen die Direktoren. „So sicher wie eine Musikschule ist kein anderer Betrieb, das traue ich mir sagen. Mehr als das halbe Team ist geimpft und die Schüler werden getestet“, betont Harald Schuh, Direktor an der Musikschule Horn. Die FFP2-Maske wird getragen, der Abstand muss eingehalten werden und größere Räume werden genutzt.

Musikschuldirektorin Andrea Binder (Eggenburg) hofft auf einen zeitnahen Start, auch, weil die Anmeldephase bevorsteht: Kinder können sich üblicherweise ab Mai fürs nächste Schuljahr anmelden, dem geht eine Schnupperphase voraus, wo sie Instrumente ausprobieren können. Das ist online schwer möglich. Schutzmaßnahmen sind schon während des letzten Jahres bis ins Detail getroffen worden, wie die Direktorin erzählt.

„Die Kinder werden sowieso in Schulen getestet. Das muss meines Erachtens reichen.“ Harald Schuh

Eggenburg hat zum Beispiel ein zweites Tasteninstrument aus hygienischen Gründen im Musikzimmer stehen und ein eigenes Klaviatur-Desinfektionsmittel angekauft. Das normale Präparat „greift mit der Zeit die Oberflächen der Tasten an“, erklärt Binder, das man mit der Zeit die entstehenden Schäden entdeckt habe. „Das sind schon erhebliche Kosten für die Schulen und die Gemeinden.“

Das Sicherheitskonzept soll sogar verschärft werden: Schüler sollen nach dem jetzigen Lockdown künftig einen 48 Stunden alten Antigen-Test oder 72 Stunden alten PCR-Test vorweisen müssen (Ausnahme: Kinder bis zur vierten Schulstufe). Das hält Schuh für „übertrieben, wenn sie sowieso in Schulen getestet werden“, sagt er. „Das muss meines Erachtens reichen.“

Die Umsetzung sei „in vielen Fällen“ durchaus mit Schwierigkeiten verbunden: Schuh führt gleich mehrere Beispiele an. Selbsttests in Apotheken sind nicht immer erhältlich. „Ich habe selbst drei Mal wieder gehen müssen“, erzählt Schuh. Testet die Schule selbst, muss zehn Minuten aufs Ergebnis gewartet werden: „Wir haben ganz viele 25 Minuten-Einheiten“, führt er aus. „Das würde nur zu Stau führen in der Schule.“ Geschwister haben oft an unterschiedlichen Tagen Unterricht: „Die Eltern werden dann nicht mehr mit der Fahrerei für die Tests fertig“, befürchtet Schuh.

Weniger Sorge hat Binder, was die Corona-Tests für Schüler betrifft: „Montag und Mittwoch wird in Volksschulen getestet, sonst testen wir selber. Die Größeren gehen schon in die Teststraßen. Wir haben seit Februar Selbsttests an der Schule, ein Teil des Kollegiums ist geimpft – und wir hatten noch nie einen Fall.“

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