Photovoltaik: Meilenstein am Weg zu Dach 1.001. Unternehmerin Cornelia Daniel aus dem Bezirk Horn will 1.001 PV-Anlagen auf Firmendächern – Nummer 700 entsteht bei Firma Kiennast.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 27. Januar 2021 (04:47)
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Auch die Firma Leidenfrost in Eggenburg setzt auf Photovoltaik und Cornelia Daniels Firma „Dachgold“. Am Bild: Cornelia Daniel, Johann Poinstingl, Lukas Poinstingl und Robert Leidenfrost (von links).
Tony Gigov

Einen Meilenstein am Weg zum großen Ziel, Photovoltaik-Anlagen auf 1.001 Betriebsdächern zu errichten, hat die aus Brunn stammende Unternehmerin Cornelia Daniel erreicht: Mit dem Handelshaus Kiennast aus Gars hat sie für „Dach Nummer 700“ einen der bedeutendsten Betriebe des Waldviertels gewinnen können. 2021 wird auf dem Dach des Logistikzentrums in der Wienerstraße eine Anlage mit erwarteten 392.000 kWh pro Jahr errichtet. Das sei im Vergleich zu vielen anderen Anlagen eine „gigantische“, freute sich Daniel.

Große Dachgold-Party im Juni. Gestartet hat Cornelia Daniel ihr ehrgeiziges Projekt mit ihrem Unternehmen „Dachgold“ 2014. Zunächst sei die Akquirierung der Unternehmensdächer noch schleppend angelaufen, erzählt Daniel, die im deutschsprachigen Raum als eine der bekanntesten Expertinnen für Photovoltaik & Solarthermie gilt und die das Handwerk der Projektentwicklung bei einer Photovoltaikinvestmentfirma erlernt hatte. Für die ersten 100 Dächer habe man drei Jahre gebraucht, für die nächsten 100 eineinhalb Jahre, Dach Nummer 300 war dann nach einem weiteren Jahr erreicht – es gehört übrigens mit der Eggenburger Poolmanufaktur Leidenfrost ebenfalls einem renommierten Betrieb aus dem Bezirk Horn. Danach sei es dann Schlag auf Schlag gegangen. Und für die noch ausstehenden 300 Dächer gibt es laut Daniel schon zahlreiche Anfragen, die demnächst fixiert werden. Eine große Party zum 1.001er ist für Juni schon geplant.

Fördermöglichkeiten bis Ende Februar ideal. Warum sie so zuversichtlich ist? „Weil die Fördermöglichkeiten für PV-Anlagen noch bis 28. Februar durch die Investitionsprämie ideal sind. Auch im März gibt es noch eine Kombiförderung aus Investitionsprämie und Bundesförderung, danach wird es schwieriger“, sagt Daniel.

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Auf dem Dach des Logistikzentrums des Handelshauses Kiennast in Gars wird 2021 eine PV-Anlage errichtet. Am Bild: Heimo Krammer, Cornelia Daniel, Alexander und Julius Kiennast.
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Für sie positiv ist, dass Österreich mit diesen Fördermöglichkeiten endlich hinsichtlich Photovoltaik anderen Ländern nachziehe. In Österreich habe man sich – auch dank des Vorhandenseins der Wasserkraft, die in anderen Ländern keine Rolle spielt – lange zurückgelehnt, weil man über die Wasserkraft ohnehin einen hohen Prozentanteil an erneuerbarer Energie erzeugt habe.

50 Prozent des Eigenbedarfs decken. Warum die Firma Kiennast auf eine PV-Anlage auf dem Dach setzt? Damit könne man 50 Prozent des Eigenbedarfs decken, sind sich Alexander und Julius Kiennast einig. Für ihr Unternehmen sei der Nachhaltigkeitsgedanke schon seit vielen Jahren wichtig, so habe man etwa auf LED-Beleuchtung umgestellt. Wegen der PV-Anlage habe man lange diskutiert, sei dann aber zu einem positiven Entschluss gekommen, weil der Bedarf an Strom durch das Logistikzentrum erheblich sei: „Schließlich müssen wir hier sieben Temperaturzonen – von Normaltemperatur bis Minus 20 Grad für die Tiefkühlung – schaffen“, sagt Alexander Kiennast. Dazu sei die „riesige Fläche“ auf dem Dach des Logistikzentrums idealer Standort für die PV-Anlage, ergänzt Julius Kiennast, denn „Sonne und Kühlung sind so die besten Freunde“. Dieses „brachliegende Potenzial“ wolle man künftig nutzen. Auch die optimale Abwicklung der Förderungen durch die Firma Dachgold sei ein Grund gewesen, „Ja“ zur Anlage zu sagen. Mit der Anlage sollen übrigens knapp 130 Tonnen CO 2 pro Jahr eingespart werden.

„Stromgestehungskostenrechner“ als Orientierungshilfe. Spezialisiert ist Daniels Unternehmen auf die wirtschaftliche Beratung und Projektentwicklung von Photovoltaikanlagen für Gewerbebetriebe und Unternehmen. Dank ihrer internationalen und nationalen Erfahrungen und Expertise konnte Daniel einen eigenen „Stromgestehungskostenrechner“ entwickeln. Dabei handelt es sich um jene Kosten, die bei der Herstellung einer Photovoltaikanlage und durch den Betrieb ebendieser anfallen. „Es werden Investitions-, Wartungs-, und Degressionskosten berücksichtigt. Der Gestehungskostenrechner wird schon heute von vielen Unternehmen genutzt, die sich in möglichst einfachen Schritten ein Bild über den finanziellen Outcome einer Energieanlage machen wollen“, sagt Daniel. Hat sich ein Unternehmen für eine Anlage entschieden, wird es in allen Phasen des Prozesses hin zum eigenen schlüsselfertigen Kraftwerk begleitet. Dabei wird übrigens nicht auf die soziale Komponente verzichtet: Für jedes Dach spendet Daniel 30 Euro an die Organisation Licht für die Welt. Denn: „Im Sinne der Nachhaltigkeit sollen ökologische, ökonomische und soziale Aspekte miteinander verbunden werden“, ist Daniel überzeugt.

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