Promillefahrt forderte ein Menschenleben. Wegen kranken Hundes schlug Alkoholisierter Angebot der Übernachtung aus: Er baute Unfall, der Beifahrerin das Leben kostete.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 18. Oktober 2020 (04:50)
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„Wir waren bei Freunden und haben gegessen und getrunken. Da geplant war, dass ich noch heimfahren muss, habe ich anfangs nur wenig getrunken. Dann nahmen wir das Angebot der Übernachtung bei unseren Freunden an, und ich trank mehr. Dann ist es unserem kranken Hund schlecht gegangen, und das wollte ich den Gastgebern nicht zumuten und wir beschlossen, doch nach Hause zu fahren. Es waren ja nur einige Kilometer“, schilderte der Unglückslenker (46) aus dem Bezirk Horn vor Gericht.

Eine folgenschwere Entscheidung: Mit 1,26 Promille im Blut saß der Waldviertler am Steuer und kam bei Burgschleinitz auf der Landstraße Richtung Maissau von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug krachte bei einer Feldzufahrt gegen ein Brückengeländer: Die Beifahrerin und Lebensgefährtin (50) des Waldviertlers erlitt durch den Aufprall einen Genickbruch. „Ich habe mich nicht betrunken gefühlt und meine Partnerin äußerte auch keine Bedenken“, meinte der Unglückslenker unter Tränen. Er habe ausgelenkt, weil er ein Reh am Straßenrand gesehen habe, begründete er vor Gericht, warum er einen Schlenker nach links gemacht habe.

„Er fuhr langsam immer weiter links und ich dachte mir noch, der schläft gerade ein. Dann krachte es auch schon“, schilderte hingegen ein Unfallzeuge. Daraufhin glaubte der Richter nicht an ein Reh am Straßenrand, und er verurteilte den Waldviertler wegen fahrlässiger Tötung zu zehn Monaten bedingt und 480 Geldstrafe.