Rauchverbot in Kraft: Der letzte „Zug“ ist abgefahren. Wie nehmen Wirte und Restaurantbesitzer aus dem Bezirk das neue Gesetz auf? Die NÖN hörte sich dazu um.

Erstellt am 06. November 2019 (04:31)
Edi Reininger
Bereits seit 1. Jänner ist das Lokal „Zur Eiche“ von Christian Vlasaty rauchfrei. Diesen Schritt hat der Gastronom aus Maria Dreieichen nie bereut.

Die meisten Lokale im Bezirk Horn setzen bereits seit einigen Monaten freiwillig auf „rauchfrei“. Zu ihnen gehört etwa Christian Vlasaty mit seinem Lokal „Zur Eiche“ in Maria Dreieichen. Er hat mit Jahreswechsel auf ein Nichtraucherlokal umgestellt, weil ein Großteil seiner Gäste dies so gewünscht hatte. Seinen Entschluss hat er seither nicht bereut. Die Gäste sind nach wie vor mit dieser Entscheidung zufrieden. Aus Sicht Vlasatys sollte der Nichtraucherschutz sogar noch weiter gehen: „Auch in Jugendzentren gehört das streng kontrolliert“, fordert er. Zudem hofft er, dass „sich jetzt nicht wieder jemand ein ,Hintertürl‘ für irgendwelche Sonderregelungen einfallen lässt“.

Wenige Tage vor Vlasaty hat Werner Oppitz am 26. Dezember des Vorjahres sein Restaurant im Stadthotel Eggenburg rauchfrei gemacht. Er sei über diese Entscheidung lange im Zwiespalt gewesen. Das ewige Hin und Her sei ihm dann aber auf die Nerven gegangen und habe zur Entscheidung geführt, rauchfrei zu werden.

Von seinen Gästen habe sich seither kaum jemand negativ geäußert. Ein paar wenige Gäste kämen nun seltener, die meisten hätten aber eine Lösung für sich selbst gefunden. „Die meisten gehen einfach hinaus, manche rauchen auch weniger“, erzählt Oppitz, der mit Augenzwinkern anfügt, dass für manche Gäste – etwa bei Geburtstagsfeiern – das Rauchverbot willkommene Ausrede sei, die Tafel für einige Momente zu verlassen.

Kramerey: Zelt schützt Raucher vor Wetter

Er würde seine Entscheidung wieder so treffen, sagte Oppitz. Generell denkt er, dass das Thema höher gespielt werde, als es sein müsste: „Im Frühjahr wird niemand mehr drüber reden.“ Der Zug zum Nicht-Rauchen sei Zeitgeist, dem man sich nicht widersetzen könne.

Als „sehr negativ“ empfindet hingegen Bettina Stift von der Kramerey in Eggenburg das Rauchverbot. Ihr Lokal, das sie mit Mann Christian betreibt, verfüge über eine tolle Lüftungsanlage, jetzt spüre man bereits Auswirkungen. Um ihren Gästen zumindest das Rauchen im Freien halbwegs angenehm zu machen, hat sie ein kleines Zelt aufgestellt, das bereits sehr positiv aufgenommen worden sei: „Wir wollen unsere rauchenden Gäste wenigstens gegen Wind und Regen schützen.“

Allerdings sei sie von Anrainern schon negativ auf ihr Entgegenkommen gegenüber Rauchen angesprochen worden. „Die haben gemeint, man solle Rauchern keinen Schutz bieten“ erzählt sie. Vor die Tür schicken wolle sie ihre Gäste aber nicht: „Wenn es regnet, schickt man nicht einmal einen Hund vor die Tür.“ Für Stift stellt das Rauchergesetz eine Entmündigung dar. Aber: „Wir müssen das so hinnehmen, wie es ist. Wir werden unser Lokal trotzdem mit der gleichen Leidenschaft weiterführen wie bisher.“

„Am Abend bleiben die Gäste aus. Da müssen wir uns Gedanken machen, ob wir künftig weiter offen haben.“Karin Eisenhauer, Wirtin in Fuglau

Kreativ hat Karin Eisenhauer in ihrem Lokal in Fuglau auf das Rauchverbot mit 1. November reagiert. Sie hat ihren Gästen als „Alternative zum Glimmstängel“ gesunde Leckerbissen wie Apfelspalten oder Gurkenscheiben sowie Knabberei angeboten. Das sei bei den Gästen auch gut angekommen, erzählt Eisenhauer der NÖN. Dank des Rauchverbots sei es jetzt im Gastraum auch angenehmer.

Aber: „Untertags ist das Rauchverbot für die Gäste ok. Aber am Abend bleiben die Gäste aus“, sagt Eisenhauer. Man müsse daher überlegen, ob es noch Sinn mache, das Lokal abends überhaupt zu öffnen. „Es bringt ja nichts, allein im Lokal zu sitzen“, sagt sie. Gerade in dünn besiedelten Gebieten könne man sich nicht so einfach eine andere Zielgruppe als Gäste suchen. „Daher ist das Rauchverbot für viele Gastro-Betriebe schon ein harter Schlag“, so Eisenhauer.

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