Schöffensenat befand auf einen „Sexunfall“. „Es war eine einvernehmliche Sexpraktik“, beteuerte Waldviertler (30) und leugnete, seine Pflegerin vergewaltigt zu haben.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 26. November 2019 (11:09)
Symbolbild
APA

Zwei schwere Sexualverbrechen, an einem unmündigen Mädchen und an einer erwachsenen Frau, wurden einem heute 30-jährigen Waldviertler aus dem Bezirk Horn vor Gericht vorgeworfen.

Die Fälle wurden getrennt verhandelt: Im ersten Schöffenprozess wurde der Waldviertler nach einem umfangreichen Beweisverfahren für schuldig befunden, als Teenager seine damals achtjährige Stiefcousine auf einen Dachboden gelockt und vergewaltigt zu haben.

„Ich bin kein Kinderschänder“, beteuerte der Waldviertler im Prozess bis zuletzt und erhob gegen das Urteil - 33 Monate, davon elf Monate Gefängnis - sofort Rechtsmittel.

Einige Wochen später folgte das Strafverfahren wegen Vergewaltigung an seiner Pflegerin: „Wir hatten eine Beziehung und es war eine einvernehmliche Sexpraktik“, erklärte der 30-Jährige und leugnete bis zuletzt, die Pflegerin vergewaltigt zu haben. Eine Sexpraktik, die mit schweren Verletzungen im Genitalbereich geendet hat: „Die Frau wäre fast verblutet“, merkte die Anklägerin an. Er habe sie ja ins Spital gebracht und damit gerettet, entgegnete der Angeklagte.

Widersprüchliche Aussagen des mutmaßlichen Opfers weckten bei den Schöffen Zweifel an einer Vergewaltigung: Der Senat befand nach einem umfangreichen Beweisverfahren auf fahrlässige Körperverletzung und verhängte über den Waldviertler eine Zusatzstrafe von zwei Monaten bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig – die Anklägerin meldete Rechtsmittel an.