Schulskikurse: "Es ist mehr als nur Sport". Im Bezirk Horn stehen die Skikurse hoch im Kurs. Dazu gibt es auch Förderungen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:51)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
Fahrnberger

Auch in Zeiten ohne Marcel Hirscher steht das Skifahren hoch im Kurs von Kindern und Jugendlichen. Nach wie vor geht es mit den Klassenkameraden zum Schulskikurs – eine begehrte Ablenkung vom Schulalltag.

Christian Langer von der NMS Gars will allen Schülern Skikurse ermöglichen.
Kornell

So sieht es auch der Leiter der Sportmittelschule Gars, Christian Langer. Für die „Sportler“ an seiner Schule sei ein Skikurs verpflichtend, aber auch die anderen Mittelschüler würden dieses Angebot gerne nutzen. „Wir feiern heuer 30 Jahre Sportmittelschule – also hat der Skikurs Tradition“, meinte Langer. Um die 60 Schüler sind jedes Mal dabei. Für Kinder aus sozial schwächeren Familien gewähren der Verein zur Förderung des Sportes und der Soziale Fonds der Schule Zuschüsse: „Wir tun unser Möglichstes, damit kein Kind nur wegen des Geldes nicht teilnehmen kann.“

Dazu diene auch das „Skikammerl“, das der Verein zur Förderung des Sportes verwaltet. „Die komplette Ausrüstung kann hier zu günstigen Preisen ausgeborgt werden“, betont Langer, denn: „Die Gemeinschaft ist wichtig, ein Skikurs fördert den Zusammenhalt, ist ein Miteinander und ist eine wichtige Erfahrung.“

Dass der Skikurs kein Auslaufmodell ist, davon ist auch Direktor Michael Ableidinger vom Horner Gymnasium überzeugt: „Wir haben zwischen 93 und 100 Prozent Teilnehmer in den Klassen und das seit Jahren.“ Für die Schüler sei ein Skikurs ein nicht wegzudenkendes Highlight. „Es geht ums ‚Wir‘. Lehrer und Schüler lernen sich besser kennen, das ist genauso wichtig, wie das Erlernen des Skifahrens.“

Gym-Direktor Michael Ableidinger sieht in Skikursen kein Auslaufmodell.
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Seine Lehrer, die am Skikurs teilnehmen, können jedes Jahr über die Pädagogische Hochschule eine Ausbildung zum Skikoordinator in Kärnten absolvieren. „Zwei Drittel unserer Turnlehrer erfahren von Kaderläufern des Skiverbandes die neuesten Entwicklungen bei der Abhaltung von Skikursen“, erklärt Ableidinger. Somit seien auch die Lehrer für die Skikurse, die heuer im März und im April stattfinden, bestens gerüstet.

Handyverbot: Mehr Zeit für Gemeinschaft

Ebenfalls über „taffe Ski-Lehrer“ verfügt man laut Direktorin Irene Herzog-Genner an der NMS Irnfritz. „Ein Skikurs ist enorm wichtig, denn in vielen Familien gibt es diesen Wintersport nicht mehr. Die Schüler lernen Selbsteinschätzung, Gefahren erkennen und können dann entscheiden, ob sie weiter diesen Sport ausüben wollen“, so die Direktorin, die auch auf die sozialen Komponenten wie Gemeinschaft und Rücksicht verweist. Die Schüler ihrer Schule haben für die Gemeinschaft mehr Zeit. „Auf Schulforums-Beschluss gibt es keine Handys bei Schulveranstaltungen. Das wird akzeptiert, der Mehrwert ist spürbar.“

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