Schweinepest: „Unsere Jäger sind gerüstet“. Bezirksjägermeister Karl Ruttenstock rechnet mit erhöhten Abschusszahlen bei Schwarzwild.

Von Karin Pollak. Erstellt am 10. Januar 2020 (10:18)
Bezirksjägermeister Karl Ruttenstock.
Martin Kalchhauser

Von Ungarn aus droht die Afrikanische Schweinepest auf Österreich überzuschwappen. Erste Fälle könnten, so die Sachverständigen, schon heuer auftreten. Die Jäger im Bezirk Horn sind jedenfalls dafür gerüstet.

Bereits Mitte Dezember trat die „ASP-Frühwarnverordnung“ in Kraft. Diese Verordnung besagt unter anderem, dass jedes Schwarzwild-Fallwild der Bezirkshauptmannschaft zu melden ist. Menschen oder Jagdhunde sind von derartigen Kadavern, die Blutungen aufweisen, fernzuhalten. Weiters ist darauf zu achten, ob sich Schwarzwild auffällig verhält. Durch hohes Fieber, dass mit der Afrikanischen Schweinepest einhergeht, flüchtet ein Wildschwein nicht, deren Bewegungen sind gestört und es suhlt sich auch bei Tageslicht. Bei geschossenen Wildschweinen ist darauf zu achten, dass die Jäger nur mit Einweghandschuhen die Tiere aufbrechen und die Innereien, wie Leber, Herz, Niere oder Milz genau prüfen. Auch im Verdachtsfall ist eine Meldung an die Behörde erforderlich. Das Wild darf nicht weggebracht werden.

"Die genauen Zahlen sind noch nicht da"

„Diese Maßnahmen werden natürlich konsequent eingehalten. Darüber hinaus wird die Jägerschaft laufend informiert, zuletzt bei der Hegeringleiter-Versammlung“, betont Bezirksjägermeister Karl Ruttenstock.

Die Reduktion des Schwarzwildbestandes ist natürlich auch eine Maßnahme gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. „Die genauen Zahlen sind noch nicht da, aber ich rechne mit einem Anstieg bei den erlegten Wildschweinen im abgelaufenen Jahr im Bezirk. Es könnten durchaus 70 bis 80 Prozent mehr als im Jahr 2018 sein“, so Ruttenstock.

Dass die Afrikanische Schweinepest, die bei einem Auftreten in Österreich auch gravierende Auswirkungen auf die Züchter von Hausschweinen haben wird, nur durch die Wildschweine übertragen werde, widerlegen die Jäger als auch die Behörden. „Jeder von uns Österreichern, der sich zum Beispiel in Ungarn Rohwurst kauft, könnte diese Krankheit übertragen. Größtes Problem könnte dabei der Tourismus sein“, betont der Bezirksjägermeister, denn: „Monatelang können infizierte Wildschweinkörper infektiös bleiben. Das gilt aber auch für Speisereste, Speiseabfälle, verschmutzte Kleidung, Werkzeuge oder Jagdtrophäen“, heißt es in der Frühwarnverordnung.

„In Tschechien und der Slowakei war bereits vor einigen Jahren diese Seuche aufgetreten. In beiden Ländern hat man sie aber in den Griff bekommen“, zeigt Ruttenstock auf.

In Tschechien hätte man die Kernzonen komplett gesperrt, in der Slowakei wurden die Wildschweine in den Sperrgebieten sogar von Soldaten bejagt. „Das geht vielleicht auch bei uns“, betont der Bezirksjägermeister, der auf die starke Ausbreitung dieser Seuche in Ungarn verweisen muss: „45 bis 50 Prozent der Wildschweine verenden derzeit an der Afrikanischen Schweinepest, Tendenz steigend. Aber hoffen wir, dass wir in Österreich davon verschont bleiben. Denn die Auswirkungen wären extrem.“