Spezial-Sensoren sollen Glassammlung optimieren. Mit speziellen Sensoren soll die Glassammlung optimiert und ökonomische Effizienz gesteigert werden.

Von Karin Pollak. Erstellt am 06. November 2019 (04:12)
Saubermacher AG/APA-Fotoservice/Hörmandinger
Präsentierten das neue Projekt der Firma Saubermacher und des Abfallverbands Horn: Ralf Mittermayr und Hans Roth von der Firma Saubermacher, Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl, Maria Zesch (Magenta Telekom) und Haymo Schöner (Austria Glas Recycling, von links) vor dem Wertstoffscanner-LKW in Wien.

Die Zukunft der digitalen Recyclingwirtschaft im Bezirk Horn beginnt jetzt. Dazu starteten die Austria Glas Recycling GmbH, der Horner Gemeindeverband für Abfallwirtschaft und Abgaben und die Firma Saubermacher ein Pilotprojekt für eine moderne, zukunftsfähige Altglassammlung im gesamten Bezirk.

Mit einer digitalen Plattform und Spezial-Sensoren will man auf eine bedarfsgerechte umwelteffiziente Entleerung umstellen. „Ziel ist die optimierte Glassammlung unter Berücksichtigung der Bürgerzufriedenheit bei gleichzeitiger ökologischer und ökonomischer Effizienzsteigerung im gesamten Bezirk Horn“, informiert Haymo Schöner, Prokurist bei AGR.

Dazu wurden rund 600 Sensoren in rund 300 Altglas-Containern (je einer für Bunt- und Weißglas) eingebaut. Die Hightech-Sensoren wurden in Kooperation mit dem steirischen Startup SLOC speziell für die Anforderungen der Glascontainer entwickelt. Mittels Ultra-schall und komplexer Algorithmen misst der Sensor den Füllstand der Behälter und meldet diesen täglich an die Saubermacher-Plattform. Die Datenübertragung erfolgt über die Funktechnologie NarrowBand IoT (NB-IoT) von Magenta.

764 Tonnen Altglas im Vorjahr entsorgt

Mit diesen Daten werden die Entsorgungs-Touren durch den Bezirk Horn zusammengestellt. „Dadurch brauchen die Container weniger oft angefahren werden, denn die Auslastung steigt. Das ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll“, erklärt der Geschäftsführer des Gemeindeverbands, Georg Schmied. Bisher waren nämlich fixe Routen vorgegeben, egal wie voll bzw. leer die Container waren. Schmied ist zuversichtlich, dass auch die Qualität für die Bürger steigen werde: „Überfüllte Behälter werden sicher weniger.“

privat
Unter einer Abdeckung sind die Sensoren in den Müllcontainern angebracht.

„Die Initiative ist einzigartig in Österreich und auch europaweit eine Pionierleistung im eher ländlich strukturierten Raum“, betont Ralf Mittermayr, Vorsitzender des Vorstands bei Saubermacher. „Im neuen Jahr soll die Plattform marktreif sein.“

Das Pilotprojekt im Bezirk Horn läuft bis März und könnte danach auf weitere Gebiete ausgeweitet werden. Übrigens: Im Vorjahr wurden im Bezirk Horn 764 Tonnen Altglas entsorgt. Dieses kam, getrennt in Bunt- und Weißglas, nach Rodingersdorf zum Umladeplatz. Mit der Franz-Josefs-Bahn ging es weiter nach Pöchlarn zur Firma Vetropack Austria, wo dieser wertvolle Müll eingeschmolzen wurde und neue Glasverpackungen daraus entstehen.

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