Solidaritätsprojekt: Auch Itete leidet unter Corona. Die von einem Verein aus dem Bezirk Horn unterstützte Schule in Tansania kämpft mit ausbleibenden Schulgeldern. Der Unterricht ist aber gesichert.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 04. Dezember 2020 (05:33)
Die Schule in Itete wird weiterhin ausgebaut und verbessert.
privat/Wolfgang Leirer

Gemeinsam gegen die Ungerechtigkeit auf dieser Welt: Seit 18 Jahren engagiert sich das Solidaritätsprojekt „Dialog mit Itete“ für ein besseres Leben der Menschen des kleinen Ortes in Tansania.

Aufgrund der Covid-Situation musste die für den November geplante Generalversammlung des Vereins verschoben werden. Obmann Georg Wögerbauer gibt trotzdem ein Update zu einem ereignisreichen Jahr.

Vielen Eltern fehlen wichtige Einnahmen für Schulgelder

Größte Veränderung im Verein selbst war wahrscheinlich der Rücktritt von Kassier Wolfgang Leirer. Fünf Jahre lang engagierte er sich für das Projekt. Beratend wird er weiterhin zur Verfügung stehen. Die Nachfolge hat Karin Hössl angetreten.

Natürlich hat sich auch in Tansania einiges getan. Aktuell sind 120 Schüler in der „Bishop Mchonde Secondary School“ (BMSS), der Schule des Projektes.

Eine der größten Herausforderungen des Jahres ist das Einholen der Schulgelder. Aufgrund des Lockdowns im Frühjahr durften die Farmer ihre Produkte nicht auf den Märkten verkaufen. Dadurch fehlten vielen Eltern wichtige Geldeinnahmen, wodurch das Bezahlen des Schulgeldes schwierig wurde.

Auch auf dem Fußballfeld können sich die Schüler in Itete fit halten.
privat/Wolfgang Leirer

Umgerechnet 10.000 Euro fehlen aktuell. Dass die Schüler trotzdem weiterhin die Schule besuchen dürfen, wird garantiert.

Gute Neuigkeiten gibt es natürlich auch. In der BMSS sind jetzt alle Lehrer sozialversichert. Von Wolfgang Leirer vorbereitet, hat das Projekt in den letzten fünf Jahren Sozialversicherungsgelder nachgezahlt und einen neuen Modus entwickelt. Die Lehrer bezahlen 50 Prozent ihrer Versicherung selbst, der Rest wird mit dem Schulbudget beglichen.

Küche und weitere Projekte in der Pipeline

Probleme gab es bei den Arbeiten an der zweiten Laborklasse, die noch nicht fertiggestellt wurde. Das ganze Projekt sei aufwendiger, als ursprünglich budgetiert. Zudem wurde anscheinend Material gestohlen. Die Fertigstellung hat laut Wögerbauer höchste Priorität. Erst danach sollen weitere Projekte, wie eine geplante Küche für 230 Menschen, umgesetzt werden. Die Finanzierung jener in Höhe von 7.000 Euro sei vom Vorstand bereits beschlossen.

Natürlich würden sich auch noch weiter Projekte in der Pipeline befinden. Georg Wögerbauer blickt trotz der schwierigen Zeiten positiv in die Zukunft: „In Zeiten wie diesen sind Kooperation und Dialog mehr denn je gefragt. Den „Dialog mit Itete“ gibt es seit 18 Jahren, wir sind stolz auf die Kontinuität und dankbar für jedes Kind in Afrika, das eine gute Schulbildung erhält - eine Voraussetzung dafür, dass die Menschen in Tansania selbstbestimmt und bewusst ihr eigenes Leben und ihren Lebensraum gestalten.“