Treff mit einem Covidkranken stoppte Fußballer nicht. Waldviertler sah keine Gefahr für Kickermannschaft. Selbst am Virus erkrankt, verschwieg er Behörde die Kontakte: 720 Euro Strafe!

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 20. Januar 2021 (05:12)
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Der Kontakt zu einer Covid-19 infizierten Person hielt einen 23-Jährigen aus dem Bezirk Horn nicht davon ab, vier Tage später, am 12. September dieses Jahres an einem Fußballmatch in Straning teilzunehmen.

Er habe, wenn auch fahrlässig, die Gesundheit der Mitspieler durch die engen Kontakte gefährdet, insbesondere seine Teamkollegen durch die gleichzeitige Benutzung einer nur wenige Quadratmeter großen Umkleidekabine und Dusche. Damit sei eine hohe Ansteckungsgefahr gegeben gewesen, listete die Anklägerin auf.

„Der Kontakt zu dem Infizierten war flüchtig, am Bürogang“ sagte der Waldviertler vor Gericht und erklärte die Teilnahme am Fußballmatch: „Ich fühlte mich nicht krank, und ich hatte zu dem Zeitpunkt auch noch keinen Absonderungsbescheid von der Behörde bekommen. Ich habe auch keinen Mitspieler angesteckt, wie sich später herausgestellt hat.“

Nach der damaligen Rechtslage habe er noch spielen dürfen, befand die Richterin und sprach den Waldviertler vom Vorwurf der fahrlässigen Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten frei.

Zum Vorwurf der vorsätzlichen Krankheitsgefährdung sah es nach Zeugenaussagen anders aus: Selbst an dem Virus erkrankt und positiv auf Covid-19 getestet, habe der Waldviertler im Zuge des „Contact-Tracing“ gegenüber den Mitarbeitern der Bezirkshauptmanschaft kein Wort über seine Teilnahme am Fußballmatch und den Kontakt zu Mitspielern verloren. Es setzte einen Schuldspruch mit 720 Geldstrafe. Nicht rechtskräftig.