Ungewissheit setzt Clubs zu: „Keiner will Ruhezeit“. Jazzclub Drosendorf und der Verein „KiT“ bangen um Veranstaltungen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 24. Februar 2021 (03:20)
Symbolbild
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Jazzclub- Obmann Hannes Fröhlich.
Kalchhauser

Noch abwartend und ohne klare Perspektive – schwierig gestaltet sich die Programmplanung für kleinere Bühnen wie den Jazzclub Drosendorf oder den Verein „Kultur im Tonkeller“ in Horn. Wie die beiden Obmänner Hannes Fröhlich und Emmerich Meixner der NÖN erzählen, ist es vor allem die Unklarheit, warum man vor größeren Problemen steht.

Beengtheit des Jazzkellers als Hürde. Er habe zwar ein Programm für den Jazzclub Drosendorf im Hinterkopf, wisse aber nicht, wie es im kleinen Jazzkeller Konzerte mit zwei Metern Abstand geben soll, erzählt Fröhlich – denn schon im „Normalfall“ passen nur etwa 60 Personen in den kleinen, stimmungsvollen Club. Und gerade diese Stimmung sei es, die den Besuchern neben der Musik an sich Grund zum Kommen liefert. „Sie wollen die Gemütlichkeit, sich mit anderen Gästen über das Konzert austauschen. Das gehört dazu. Bei restriktiven Maßnahmen – etwa ohne Gastro – geht das aber einfach nicht“, sagt Fröhlich.

Verliert Stammpublikum Lust? Er hofft, dass jetzt bald endlich Klarheit herrscht, wie es im Kulturbetrieb weitergehen wird. Mit den Musikern sei er laufend in Kontakt, dass es noch vor Juni Konzerte geben wird, sei aber auszuschließen. Auch an Open-Air-Veranstaltungen denke man. Was Fröhlich nach der langen Pause aber befürchtet: „Dass sich unser Stammpublikum irgendwann verliert.“ Denn besonders Gäste der Altersklasse 50+ bevölkern den Jazzkeller in Drosendorf, und die würden sich – solange nicht geimpft – vielleicht auch nicht trauen, Veranstaltungen zu besuchen.

KiT-Obmann Emmerich Meixner.
Reininger

Gastro als großes Fragezeichen. Vor ähnlichen Problemen steht das Tonkeller-Team in Horn. Bei einer Größe von 100 m 2 des Tonkellers sei die Anwendung der 20 m 2 -Regel für Besucher nicht sinnvoll – und ein „Mini-Publikum“ sei weder für Künstler noch für Gäste gut. „Da entsteht keine Stimmung, Künstler und Gäste brauchen sich gegenseitig“, sagt Meixner.

Die Kontrolle von Test-Ergebnissen sieht Meixner weniger problematisch als die Frage der Gastronomie bei Veranstaltungen. „Die Künstler brauchen 20 Minuten Pause. Was mache ich da mit dem Publikum, wenn sie sich nicht ein Bier oder ein Glas Wein kaufen können?“, fragt Meixner.

Mitgliedsbeitrag: Hoffen auf Freiwilligkeit. Beide Vereine haben heuer übrigens trotz aller Widrigkeiten und ausbleibender Einnahmen auf die Einhebung des Mitgliedsbeitrags verzichtet. Beide hegen aber die Hoffnung, dass viele Fans mit dem freiwilligen Einzahlen mithelfen, das Vereinsleben – wie auch immer es in den kommenden Monaten aussehen wird – aufrecht erhalten zu können. Dass es bald wieder losgeht, hofft auch Meixner: „Wir haben gerade eine Ruhezeit, die niemand mehr will.“