Vereinsleben eingeschränkt: Corona sorgt für Tränen. Theatergruppen, Chöre und Musik- Kapellen im Bezirk Horn leiden unter neuen Restriktionen.

Von Thomas Weikertschläger. Erstellt am 28. Oktober 2020 (05:10)
Symbolbild
Nhemz, Shutterstock.com

Hart getroffen werden von den neuen Corona-Restriktionen auch Chöre, Blasmusikkapellen und Theatergruppen im Bezirk Horn.

Die Eggenburger Theater-Obfrau Elfriede Jordan.
privat

Theateraufführungen kurzfristig abgesagt. Besonders hart erwischt hat es die Theatergruppe Eggenburg: Sie hat sich in den vergangenen Wochen auf die Aufführung zweier Stücke vorbereitet, die Premiere hätte am 25. Oktober stattfinden sollen. Jetzt sind sämtliche neun Aufführungen abgesagt. Und das sei eine Entscheidung des Hirns und weniger des Herzens gewesen, wie Theatergruppen-Obfrau Elfriede Jordan sagt: „Es hat einige Tränen bei den Schauspielern gegeben. Aber es war eine vernünftige Entscheidung.“

Präventionskonzept schon im Voraus geplant. Dabei hat man bei der Theatergruppe Eggenburg schon im Vorfeld alles Mögliche getan, um die Aufführungen so sicher wie möglich zu machen. „Wir haben eigens ein Stück nur für sechs Schauspieler gewählt. Als Aufführungsort haben wir die Studiobühne gewählt, es wäre Platz für 40 Gäste pro Aufführung gewesen“, erzählt Jordan. Um das Hantieren mit Wechselgeld zu vermeiden, habe man auch statt Eintrittsgeld nur freie Spenden verlangt. Die Zahl der Reservierungen habe gezeigt, dass die Menschen froh gewesen wären, wenigstens für ein paar Stunden durch Kulturgenuss von der Coronakrise abgelenkt zu werden: „Es wäre auch für niemanden ein Problem gewesen, die Vorstellung mit Maske zu verfolgen“, sagt Jordan.

Verschiebung auf 2021. Die geplanten Aufführungen sollen jetzt im kommenden Jahr nachgeholt werden. „Wir werden uns in regelmäßigen Abständen treffen, um die Stücke durchzuspielen und hoffen, dass wir sie dann bald auch präsentieren können“, hofft Jordan.

Chorleiter Christoph Reiss.
Martin Kalchhauser

Blasmusik plant „normales Jahr 2021“. Die alljährliche Terminsitzung der Bezirksarbeitsgemeinschaft Horn/Waidhofen des Blasmusikverbandes wird heuer Anfang November online stattfinden.

BAG-Obmann Burghard Reiss.
Martin Kalchhauser

Laut BAG-Obmann Burghard Reiss werden die Termine für Konzerte oder die Konzertmusikbewertung (wie üblich am letzten Sonntag im April im JUFA in Raabs) geplant. Denn: „Auch wenn wir natürlich nicht wissen, wie es weitergeht: Wir können nicht nichts planen.“ Man habe als Bezirksvorstand auch die Verantwortung den Musikern gegenüber, Ziele – und damit Sinn für die Probenarbeit – zu geben.

„Blasmusik ist Weihnachten“. Besonders schmerzhaft sei für viele Mitglieder der Kapellen, dass Spielereien rund um die Weihnachtszeit ausfallen. „Das Spielen von Stille Nacht am Heiligen Abend hat uns zusammen geschweißt. Das gehört einfach zur Blasmusik dazu“, streicht Reiss die soziale Komponente der Vereine hervor. Auch die Tatsache, dass es in den vergangenen Wochen nach Proben das in der Blasmusik traditionelle „zusammensitzen“ nicht mehr gegeben hat, treffe viele Kollegen hart: „Schließlich haben unsere Vereine ja auch einen sozialen Auftrag“, sagt Reiss.

Unlustige Situation auch für Chöre. Ähnlich „unlustig“ ist wie für die Blasmusikkapellen auch die Situation für die Chöre im Bezirk Horn. Auch sie dürfen nur eingeschränkt proben und auftreten. Dabei wäre laut Christoph Reiss, Leiter mehrerer Chöre im Bezirk Horn, Singen gerade in Zeiten wie diesen wichtig. „Denn eines ist ganz wichtig: Singen ist gesund. Sowohl für den Musizierenden, als auch für den Zuhörer“, streicht er die positive Auswirkung von Musik auf den Mensch hervor.