Verzicht in Fastenzeit nicht nur einfach. Zurückhaltung fällt oft schwer, gerade wenn es um Genüsse wie Alkohol und Süßigkeiten geht. Wer fastet heuer in Horn?

Von Sebastian Dangl. Erstellt am 17. Februar 2021 (04:54)
Mit dem 17. Februar beginnt die Fastenzeit 2021. Die meisten Menschen verzichten auf Alkohol, Süßigkeiten, Rauchen und Fleisch.
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Der Aschermittwoch ist da. Das kann nur eines bedeuten: Die Fastenzeit 2021 beginnt. Viele Menschen verzichten in dieser Zeit auf Alkohol, Süßes, Rauchen, Fleisch und vieles mehr. Das Fasten hört aber nicht bei Lebensmitteln auf. Manche versuchen auch, das Handy weniger in die Hand zu nehmen oder gar auf das Auto zu verzichten. Wie gehen die Horner die Fastenzeit an und ist der religiöse Grundgedanke überhaupt noch vorhanden?

Der Abt des Stiftes Altenburg, Thomas Renner.
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„Ich werde in diesen Tagen garantiert wieder fasten. Man muss sich wirklich bemühen, die Fastenzeit so zu halten, dass sie auch einen Sinn hat“, meint der Abt des Stiftes Altenburg, Thomas Renner. Am Anfang stünde dabei immer der Gedanke, was überhaupt möglich ist. So wäre der Verzicht auf Alkohol manchmal schwierig, wenn Geburtstagsfeiern in die Fastenzeit fallen. „Da muss man dann natürlich mit den Freunden anstoßen und ein Glas trinken“, meint Renner. Gerade das dürfte aber in Coronazeiten sowieso nicht schwierig werden, denn Feiern werden heuer eher rar sein.

Ein spezieller Genuss, auf den der Abt in der Fastenzeit verzichten will, ist Kaffee. „Für mich eine Art Lebenselixier“, offenbart er. „Mit tut es zwar ein Stück weit weh, aber ich versuche den Konsum in der Fastenzeit einzuschränken.“ Auch die süßen Nachspeisen werden bei ihm zurückgefahren.

Aber warum ist das Fasten überhaupt so wichtig? „Ich glaube, dass einem dadurch bewusst wird, dass man auch mit weniger auskommen kann. Man lernt, seinem Geschmack und den Begierden nicht ausgeliefert zu sein“, erklärt Renner. Selbstdisziplin sei das Stichwort. In einer Welt des Überflusses ein wichtiger Gedanke. „Der erweiterte Aspekt ist dann noch, dass man das, was man sich im wahrsten Sinne des Wortes vom Mund abspart, anderen zugute kommen lassen kann.“

Für den Eggenburger Pfarrer Josef Schachinger ist wichtig, zu verzichten, um mehr Zeit für andere Dinge zu haben: „Man erlangt dadurch eine gewisse Freiheit. Es hilft nicht nur der körperlichen, sondern auch der geistigen Gesundheit.“ Schachinger verzichtet so zum Beispiel in der Fastenzeit oft auf Alkohol. „Es ist kein großes Opfer, tut dem Körper gut und man lernt, dass es auch ohne geht.“

Fasten, wenn einem danach ist

ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Herbert Gschweidl.
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Keine Pläne, heuer zu Fasten, hat ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Herbert Gschweidl. „Ich gehöre aber auch nicht zu den Menschen, die fasten, nur weil gerade Fastenzeit ist“, erzählt er. „Ich bin ja auch nicht lustig, nur weil Fasching ist. Ich faste dann, wenn mir danach ist.“ Dann würde Fasten aus gesundheitlicher Sicht auch Sinn machen. Das wäre für ihn auch der Hauptaspekt und nicht das Spirituelle daran.

Fastenzeit kann also immer sein, wie etwa im Advent. „Da fällt es mir leichter. Ich mag zum Beispiel keine alkoholischen Heißgetränke. Darum hab ich mir da gleich gesagt, ich faste und erspare mir obendrauf auch noch die süßen Bäckereien“, erzählt Gschweidl.

Genuss gewinnt gegen Fastengedanken

Hilfswerk- Chefin Pauline Gschwandtner.
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Auch Hilfswerk-Chefin Pauline Gschwandtner verfolgt keine dezidierte Fastenzeit. „Ich versuche eigentlich immer, bewusst zu leben. Gesunde Ernährung, gemischte Kost und viel Wasser sind das ganze Jahr über wichtig. Konkretes Fasten mache ich aber nicht“, schildert sie. Auch das Selberkochen spielt bei ihr eine große Rolle. „Ich bemühe mich das ganze Jahr über, für mich und meine Familie zu kochen.“ Selbst das Brot wird hin und wieder selbst gebacken.

In der Vergangenheit schon öfter gefastet hat Doppel-Grillweltmeister Adi Matzek. „Ich habe da vor allem auf Süßes verzichtet“, erzählt er. Heuer hat er sich allerdings nichts vorgenommen. „Der Fastengedanke ist an sich kein schlechter, aber mir ist der bewusste Genuss über das ganze Jahr hinweg wichtiger.“

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